Was ist Online-Reputation? Bewertungen im Hotel einfach erklärt
Online-Reputation ist der Ruf eines Hotels in Bewertungen. Wie sie Preise beeinflusst und was rechtlich gilt.
Das Wichtigste in Kürze
- Online-Reputation ist der Ruf eines Hotels im Netz, vor allem in Gästebewertungen auf Google, Booking.com, Tripadvisor und anderen Plattformen.
- Laut einer Studie der Cornell University konnte ein Hotel, dessen Bewertung auf einer Fünf-Punkte-Skala um einen Punkt stieg, seinen Preis um 11,2 Prozent erhöhen, ohne Auslastung zu verlieren.
- Wer Bewertungen auf der eigenen Website zeigt, muss nach § 5b UWG angeben, ob und wie er prüft, dass sie von echten Gästen stammen.
- Auf Bewertungen sachlich und persönlich zu antworten, gehört zur Pflege der Online-Reputation.
Bevor Gäste buchen, lesen sie, was andere erlebt haben. Ein Durchschnittswert von 8,9 oder 7,4 kann darüber entscheiden, ob ein Hotel in die engere Wahl kommt. Die Online-Reputation wirkt sich damit auf Preis und Auslastung aus.
Was Online-Reputation bedeutet
Online-Reputation, auf Deutsch der Ruf im Netz, umfasst alles, was Gäste öffentlich über ein Hotel schreiben: Sterne und Texte auf Google, Punktwerte auf Booking.com, Erfahrungsberichte auf Tripadvisor, aber auch Kommentare in sozialen Netzwerken. Viele Hotels fassen diese Werte mithilfe von Software zu einem Gesamtindex zusammen, um den Verlauf über die Zeit zu beobachten.
Wie Bewertungen Preise beeinflussen
Chris Anderson von der Cornell University hat 2012 untersucht, wie sich Bewertungen auf den Geschäftserfolg von Hotels auswirken. Nach Buchungsdaten des Reiseportals Travelocity konnte ein Hotel, dessen Bewertung auf einer Fünf-Punkte-Skala um einen Punkt stieg, etwa von 3,3 auf 4,3, seinen Preis um 11,2 Prozent erhöhen und dabei Auslastung und Marktanteil halten.¹
Eine zweite Auswertung mit Reputationsdaten von ReviewPro und Marktdaten von STR ergab: Steigt der Reputationswert um 1 Prozent, steigen der Durchschnittspreis um bis zu 0,89 Prozent, die Auslastung um bis zu 0,54 Prozent und der RevPAR um bis zu 1,42 Prozent. Die Studie zeigt außerdem, dass immer mehr Reisende vor der Buchung Bewertungen lesen.¹
Was rechtlich gilt
Wer Verbraucherbewertungen zugänglich macht, etwa auf der eigenen Website, muss nach § 5b Absatz 3 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) darüber informieren, ob und wie er sicherstellt, dass die veröffentlichten Bewertungen von Verbrauchern stammen, die die Leistung tatsächlich genutzt oder erworben haben.² Dieser Eintrag ersetzt keine Rechtsberatung.
Wie Hotels ihren Ruf pflegen
Die wirksamste Reputationspflege ist ein guter Aufenthalt. Darüber hinaus hilft es, Gäste nach der Abreise freundlich um eine Bewertung zu bitten, auf Bewertungen zu antworten und wiederkehrende Kritik intern auszuwerten. Antworten lesen nicht nur die Verfasser, sondern auch künftige Gäste. Eine sachliche, persönliche Antwort zeigt ihnen, wie ein Haus mit Kritik umgeht.
Worauf Hoteliers achten
- Überblick behalten: Bewertungen auf Google, Booking.com und Tripadvisor regelmäßig lesen.
- Antworten: Zeitnah, persönlich und sachlich antworten, auch auf Lob.
- Muster erkennen: Wiederkehrende Kritik sammeln und im Team besprechen.
- Um Bewertungen bitten: Zufriedene Gäste nach der Abreise freundlich um eine Bewertung bitten, ohne Gegenleistung.
- Transparent bleiben: Bei Bewertungen auf der eigenen Website angeben, ob und wie sie geprüft werden.
Mehr im Magazin
Warum Hotels auf Buchungsportalen oft ganz anders wirken als gedacht, erklärt Sahin Toprak in unserem Beitrag „Was sieht der Gast eigentlich von Ihrem Hotel?“. Wie Hotelbilder entstehen, die halten, was sie versprechen, beschreibt „Hotelfotograf Tom River über Bilder, die halten, was sie versprechen“.
Dieser Lexikon-Eintrag stützt sich auf folgende Quellen:
-
Chris Anderson (Cornell University) (2012)
The Impact of Social Media on Lodging Performance
Studie, Center for Hospitality Research, November 2012. Wirkung von Bewertungen auf Preis, Auslastung und RevPAR, Daten von Travelocity, ReviewPro und STR. -
Bundesministerium der Justiz (2026)
§ 5b Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG): Wesentliche Informationen
Gesetzestext, gesetze-im-internet.de. Absatz 3: Informationspflicht zur Prüfung veröffentlichter Verbraucherbewertungen.
Weitere Begriffe
- Was ist ein PMS? Das Property-Management-System im Hotel einfach erklärt
- Was ist ein Channel Manager? Hotelvertrieb über viele Portale einfach erklärt
- Was ist eine Booking Engine? Die Buchungsstrecke auf der Hotelwebsite einfach erklärt
- Was ist CRM? Gästedaten im Hotel einfach erklärt
- Was ist ein CRS? Das zentrale Reservierungssystem im Hotel erklärt
- Was ist digitaler Check-in? Self-Check-in im Hotel einfach erklärt
- Was ist ein Kassensystem? Die POS-Kasse im Hotel einfach erklärt
- Was ist ein RMS? Revenue-Management-Systeme im Hotel einfach erklärt
Kein Begriff in diesem Bereich passt zur Suche.
- Was ist eine OTA? Buchungsportale im Hotel einfach erklärt
- Was ist eine Direktbuchung? Direktbuchungsquote im Hotel einfach erklärt
- Was ist ein GDS? Globale Distributionssysteme im Hotel erklärt
- Was ist Upselling? Zusatzverkauf im Hotel einfach erklärt
- Was ist Online-Reputation? Bewertungen im Hotel einfach erklärt
- Was ist ein No-Show? Nichtanreise und Überbuchung im Hotel erklärt
- Was ist eine Metasuche? Hotelpreisvergleiche einfach erklärt
- Was ist Ratenparität? Bestpreisklauseln im Hotel einfach erklärt
- Was ist ein Rate Plan? Die Ratenstruktur im Hotel einfach erklärt
Kein Begriff in diesem Bereich passt zur Suche.
- Was ist die Auslastung? Zimmer- und Bettenauslastung im Hotel einfach erklärt
- Was ist die ADR? Den durchschnittlichen Zimmerpreis im Hotel einfach erklärt
- Was ist der RevPAR? Den Umsatz pro verfügbarem Zimmer einfach erklärt
- Was ist Revenue Management? Preissteuerung im Hotel einfach erklärt
- Was ist der TRevPAR? Den Gesamtumsatz pro Zimmer einfach erklärt
- Was sind Betreibermodelle? Pacht, Management und Franchise im Hotel erklärt
- Was ist der Pick-up? Buchungsverlauf und Vorlauf im Hotel erklärt
- Was ist der GOPPAR? Den Gewinn pro verfügbarem Zimmer einfach erklärt
Kein Begriff in diesem Bereich passt zur Suche.
