Was ist ein Rate Plan? Die Ratenstruktur im Hotel einfach erklärt

Ein Rate Plan legt fest, was ein Zimmer zu welchen Bedingungen kostet. Wie Flex-, Spar- und Paketraten funktionieren.

Von Michael Külbel 2 Min. Lesezeit

Grafik: Ein Zimmer, vier Raten: flexible Rate, nicht stornierbare Sparrate, Paketrate mit Leistungen und Langzeitrate mit Rabatt ab mehreren Nächten
Typische Ratenarten eines Hotels, vereinfacht dargestellt. Grafik: eingecheckt.de · Hintergrundfoto: JIP, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Rate Plan, auf Deutsch meist Rate oder Ratenart, verbindet einen Preis mit Bedingungen: Storno, Zahlung, Verpflegung, Mindestaufenthalt.
  • Typisch sind eine flexible Rate, eine günstigere nicht stornierbare Rate und Paketraten mit zusätzlichen Leistungen.
  • Die Bedingungen wirken wie Zäune zwischen den Raten: Sie sorgen dafür, dass Gäste mit unterschiedlicher Zahlungsbereitschaft unterschiedliche Preise wählen.
  • Zu viele Raten verwirren Gäste und erschweren die Pflege in PMS, Channel Manager und Booking Engine.

Dasselbe Zimmer, dieselbe Nacht, drei verschiedene Preise: Was auf den ersten Blick willkürlich wirkt, folgt einer Logik. Hinter jedem Preis steht ein Rate Plan mit eigenen Bedingungen.

Was ein Rate Plan ist

Ein Rate Plan legt fest, zu welchem Preis und zu welchen Bedingungen ein Zimmertyp verkauft wird. Dazu gehören Stornofristen, der Zeitpunkt der Zahlung, enthaltene Leistungen wie Frühstück und Regeln wie ein Mindestaufenthalt. Zimmertypen und Rate Plans zusammen bilden die Ratenstruktur eines Hotels. Sie wird im PMS hinterlegt und über den Channel Manager an alle Vertriebskanäle verteilt.

Typische Ratenarten

Flexible Rate: kostenlos stornierbar bis zu einer Frist, meist der höchste Preis.

Nicht stornierbare Rate: günstiger, dafür bei der Buchung bezahlt und ohne Erstattung.

Paketrate: Zimmer mit Leistungen wie Halbpension, Spa-Eintritt oder Wanderkarte.

Langzeitrate: Rabatt ab einer bestimmten Zahl von Nächten.

Firmen- und Gruppenraten: vereinbarte Preise für bestimmte Kunden.

Warum Bedingungen wichtiger sind als Rabatte

Im Revenue Management heißen die Bedingungen Ratenzäune, englisch Rate Fences. Chris Anderson und Sheryl Kimes von der Cornell University beschreiben sie als Werkzeug, um einen Teil der Zimmer günstiger zu verkaufen und die übrigen zu höheren Preisen. Die Zäune sollen verhindern, dass Gäste, die den höheren Preis zahlen würden, zur günstigen Rate greifen. Ganz dicht sind sie nie. Ohne wirksame Trennung der Gästegruppen raten die Autoren von unterschiedlichen Preisen sogar ab.¹

In der Praxis heißt das: Wer flexibel bleiben will, zahlt mehr. Wer früh und verbindlich bucht, bekommt einen Preisvorteil. Ein bloßer Rabatt ohne Bedingung führt dagegen nur dazu, dass alle Gäste den niedrigeren Preis zahlen.

Wie viele Raten sinnvoll sind

Jede Rate muss in PMS, Channel Manager und Booking Engine gepflegt werden. Für kleine Häuser reichen oft eine flexible Rate, eine nicht stornierbare Rate und ein oder zwei Pakete. Wichtig ist, dass Gäste den Unterschied auf den ersten Blick verstehen. Zehn Raten mit kaum unterscheidbaren Bedingungen verwirren Gäste und Mitarbeitende.

Worauf Hoteliers achten

Checkliste: Ratenstruktur aufräumen
  1. Bestand prüfen: Welche Raten sind angelegt, und welche wurden im letzten Jahr tatsächlich gebucht?
  2. Unterschiede klar machen: Jede Rate braucht einen erkennbaren Unterschied bei Preis, Storno oder Leistung.
  3. Abstand festlegen: Die nicht stornierbare Rate spürbar günstiger ansetzen als die flexible.
  4. Überall gleich pflegen: Raten in PMS, Channel Manager und Booking Engine einheitlich benennen und abbilden.

Mehr im Magazin

Wie eng Preise und Stornobedingungen zusammenhängen, zeigt das ANDERS Hotel Walsrode in unserem Beitrag „Kurzfristige Buchungen machen dem ANDERS Hotel Walsrode die Personalplanung schwer“. Wie Hotels Preise nach der Nachfrage steuern, erklärt der Lexikon-Eintrag Revenue Management, wie Raten zu den Buchungsportalen kommen, der Eintrag Channel Manager.

Quellen

Dieser Lexikon-Eintrag stützt sich auf folgende Quelle:

  1. Chris Anderson, Sheryl Kimes (Cornell University) (o. J.)
    Revenue Management for Enhanced Profitability: An Introduction for Hotel Owners and Asset Managers
    Fachbeitrag, Cornell eCommons. Prognose mit Buchungskurven, Ratenzäune und Segmentierung, Umsatzsteigerung durch Revenue Management von 2 bis 5 Prozent in vielen Fällen.
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