Was ist die Auslastung? Zimmer- und Bettenauslastung im Hotel einfach erklärt
Die Auslastung zeigt, wie viele Zimmer belegt sind. Wie sie berechnet wird und warum sie allein wenig aussagt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Auslastung gibt an, welcher Anteil der verfügbaren Zimmer oder Betten in einem Zeitraum belegt war.
- Laut Hotelverband Deutschland lag die Zimmerauslastung der Hotellerie 2025 bei 68,1 Prozent. Die amtliche Statistik weist für alle Betriebe ab zehn Schlafgelegenheiten einschließlich Campingplätzen eine Auslastung von 37,8 Prozent aus.
- Zimmer- und Bettenauslastung messen Verschiedenes und lassen sich nicht direkt vergleichen.
- Eine hohe Auslastung allein sagt wenig über den wirtschaftlichen Erfolg. Erst mit dem Zimmerpreis ergibt sich ein Bild.
Wie voll war das Haus? Die Antwort darauf ist die Auslastung, eine der ältesten Kennzahlen der Hotellerie. Sie ist leicht zu berechnen und trotzdem oft missverstanden, weil es sie in zwei Varianten gibt und weil eine hohe Zahl nicht automatisch ein gutes Ergebnis bedeutet.
Zimmerauslastung: die Kennzahl der Hotels
Die Zimmerauslastung, international Occupancy, setzt die verkauften Zimmernächte ins Verhältnis zu den verfügbaren. Ein Beispiel: Ein Hotel mit 40 Zimmern hat im Juni an 30 Tagen 1.200 Zimmernächte zur Verfügung. Wurden 900 davon verkauft, liegt die Zimmerauslastung bei 900 geteilt durch 1.200, also 75 Prozent.
Nach dem Branchenreport des Hotelverbands Deutschland (IHA) lag die durchschnittliche Zimmerauslastung 2025 bei 68,1 Prozent, 0,9 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Insgesamt zählte das Beherbergungsgewerbe 497,4 Millionen Übernachtungen, so viele wie nie zuvor.¹
Bettenauslastung: die Kennzahl der amtlichen Statistik
Das Statistische Bundesamt misst die Auslastung der angebotenen Schlafgelegenheiten, also der Betten. Dafür teilt es die Übernachtungen durch die angebotenen Bettentage, also die Zahl der Betten mal die Tage, an denen der Betrieb geöffnet hatte.² Für 2025 weist die Statistik für alle Beherbergungsbetriebe ab zehn Schlafgelegenheiten, einschließlich der Stellplätze auf Campingplätzen, eine durchschnittliche Auslastung von 37,8 Prozent aus.³
Die Bettenauslastung liegt fast immer deutlich unter der Zimmerauslastung. Schläft ein Geschäftsreisender allein in einem Doppelzimmer, ist das Zimmer voll belegt, aber nur eines von zwei Betten. Außerdem umfasst die amtliche Zahl auch Ferienwohnungen, Pensionen und Campingplätze. Beide Werte lassen sich deshalb nicht direkt vergleichen.
Warum die Auslastung allein wenig aussagt
Eine hohe Auslastung wirkt beruhigend. Sie sagt aber nichts darüber, zu welchem Preis die Zimmer verkauft wurden. Ein Haus kann zu 90 Prozent belegt sein und trotzdem Geld verschenken, wenn die Preise seit Jahren nicht angepasst wurden. Umgekehrt kann eine etwas geringere Auslastung mit höheren Preisen mehr Umsatz bringen.
Die Branchenzahlen für 2025 zeigen das: Während die Zimmerauslastung stieg, sank der durchschnittliche Netto-Zimmerpreis laut IHA um 2,8 Prozent auf 109 Euro.¹ Deshalb betrachten Hotels die Auslastung meist zusammen mit dem Durchschnittspreis (ADR) und dem Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR).
Worauf Hoteliers achten
- Gleich rechnen: Immer dieselbe Basis verwenden: verfügbare Zimmer ohne gesperrte Zimmer oder mit? Einmal festlegen und dabei bleiben.
- Nach Tagen schauen: Ein Monatsdurchschnitt verdeckt, ob Wochenenden ausgebucht und Wochentage leer sind.
- Mit dem Preis lesen: Auslastung nie ohne Durchschnittspreis bewerten.
- Vergleiche prüfen: Branchenwerte stammen oft aus unterschiedlichen Quellen. Zimmer- und Bettenauslastung nicht vermischen.
Mehr im Magazin
Warum eine längere Saison nicht allein an der Auslastung gemessen werden sollte, beschreibt unser Beitrag „Nebensaison im Hotel: Lohnt es sich, länger geöffnet zu bleiben?“ über den Weihrerhof in Südtirol. Welche Zahlen Hoteliers neben der Auslastung kennen sollten, zeigt „Digitalisiert – und trotzdem blind?“. Warum Das Walchsee in Tirol seine Öffnungswochenenden in der Zwischensaison mit rund 55 Prozent Auslastung plant, zeigt „Weniger öffnen, mehr verdienen? Das Walchsee wagt ein Experiment“.
Dieser Lexikon-Eintrag stützt sich auf folgende Quellen:
-
Tageskarte (2026)
IHA präsentiert Branchenreport Hotelmarkt Deutschland 2026
Fachartikel, 13.05.2026. Kennzahlen des Hotelverbands Deutschland (IHA) für 2025: Zimmerauslastung, durchschnittlicher Netto-Zimmerpreis, RevPAR, Übernachtungen, Insolvenzen. -
Statistisches Bundesamt (2026)
Durchschnittliche Auslastung der Schlafgelegenheiten
Glossar der Tourismusstatistik. Definition und Berechnung der Bettenauslastung in der amtlichen Statistik. -
Statistisches Bundesamt (2026)
Tabelle 45412-0010: Geöffnete Beherbergungsbetriebe, angebotene Schlafgelegenheiten, durchschnittliche Auslastung der Schlafgelegenheiten
Datenbank GENESIS-Online, Jahreswerte. Durchschnittliche Auslastung der Schlafgelegenheiten in Deutschland 2025.
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