Was ist eine Direktbuchung? Direktbuchungsquote im Hotel einfach erklärt

Direktbuchungen kommen ohne Portal ins Hotel. Was dazu zählt, wie die Quote berechnet wird und warum sie sinkt.

Von Michael Külbel 3 Min. Lesezeit

Grafik: Der Direktanteil der Hotelbuchungen in Deutschland sank von 67,3 auf 59,7 Prozent, der Anteil der Portale stieg von 20,6 auf 31,9 Prozent
Buchungskanäle in Deutschland laut europäischer Hotelvertriebsstudie von HOTREC, 2013 und 2025. Grafik: eingecheckt.de
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Direktbuchung geht ohne Vermittler beim Hotel ein: über die eigene Website, per Telefon, E-Mail oder am Empfang.
  • Die Direktbuchungsquote zeigt, welcher Anteil aller Buchungen direkt kommt. In Deutschland lag er 2025 laut der europäischen Hotelvertriebsstudie bei 59,7 Prozent.
  • Binnen zwölf Jahren ist der Direktanteil von 67,3 auf 59,7 Prozent gesunken, der Anteil der Buchungsportale von 20,6 auf 31,9 Prozent gestiegen.
  • Seit Hotels auf der eigenen Website günstiger sein dürfen als auf Booking.com, haben sie mehr Spielraum für Direktbuchungen.

Kaum ein Begriff fällt in Gesprächen über Hotelvertrieb so oft wie die Direktbuchung. Gemeint ist schlicht: Der Gast bucht beim Hotel selbst und nicht über einen Vermittler. Was dazu zählt, wie man den Anteil misst und warum er vielen Hoteliers wichtig ist, erklärt dieser Lexikon-Eintrag.

Was als Direktbuchung zählt

Direkt ist jede Buchung, die ohne Vermittler zustande kommt: über die Buchungsstrecke auf der Hotelwebsite, per Telefon, per E-Mail oder Kontaktformular und am Empfang. Nicht dazu zählen Buchungen über Portale wie Booking.com oder Expedia, über Reisebüros, Reiseveranstalter oder Großhändler.

In Deutschland liefen 2025 laut der European Hotel Distribution Study 13,9 Prozent aller Hotelbuchungen in Echtzeit über die hauseigene Website, 18,1 Prozent per Telefon.¹ Die Studie des europäischen Gastgewerbeverbands HOTREC und der Fachhochschule HES-SO Valais-Wallis beruht auf Daten von 2.713 Hotels.²

So wird die Direktbuchungsquote berechnet

Die Direktbuchungsquote ist der Anteil der Direktbuchungen an allen Buchungen eines Zeitraums. Ein Beispiel: Ein Hotel hat im Jahr 2.000 Buchungen, 1.200 davon kamen direkt. Die Quote liegt bei 1.200 geteilt durch 2.000, also 60 Prozent.

Aussagekräftiger wird die Zahl, wenn man sie zusätzlich nach Übernachtungen oder Umsatz berechnet. Eine Buchung über drei Nächte wiegt dann mehr als eine über eine Nacht. Wichtig ist vor allem, die Zahl über die Jahre gleich zu berechnen, damit Veränderungen sichtbar werden.

Wie sich der Anteil entwickelt hat

In Deutschland kamen 2025 insgesamt 59,7 Prozent der Hotelbuchungen direkt, europaweit 51,3 Prozent.² Langfristig sinkt der Direktanteil: In Deutschland ging er laut Studie von 67,3 auf 59,7 Prozent zurück, während der Anteil der Buchungsportale binnen zwölf Jahren von 20,6 auf 31,9 Prozent stieg.¹

Innerhalb der Direktbuchungen verschiebt sich das Gewicht. Echtzeitbuchungen über die eigene Website haben sich im langfristigen Vergleich mehr als verdoppelt, von 6,1 auf 13,9 Prozent. Telefonbuchungen gingen von 27,7 auf 18,1 Prozent zurück.¹

Warum Hotels auf Direktbuchungen setzen

Kosten: Für eine Direktbuchung zahlt das Hotel keine Provision an ein Portal.

Stornierungen: Bei Direktbuchungen über die eigene Website lag die Stornoquote europaweit bei 9,1 Prozent, bei Booking.com bei 19,0 Prozent.²

Kontakt zum Gast: Das Hotel hat die Daten des Gastes selbst und kann ihn vor der Anreise und nach dem Aufenthalt ansprechen.

Preisspielraum: Seit dem 14. November 2024 darf Booking.com Hotels im Europäischen Wirtschaftsraum keine Paritätsklauseln mehr vorschreiben. Hotels dürfen auf der eigenen Website bessere Preise oder Bedingungen anbieten.³

So steigern Hotels den Direktanteil

Checkliste: mehr Direktbuchungen
  1. Buchen leicht machen: Eine Buchungsstrecke auf der Website, die auf dem Smartphone in wenigen Schritten funktioniert.
  2. Vorteile zeigen: Was hat der Gast davon, direkt zu buchen? Flexiblere Storno, Frühstück oder ein besseres Zimmer, klar sichtbar.
  3. Erreichbar sein: Anfragen per Telefon und E-Mail schnell beantworten. Wer lange wartet, bucht woanders.
  4. Stammgäste ansprechen: Wer schon einmal da war, kann beim nächsten Mal direkt buchen. Ein Hinweis beim Check-out oder in der Nachricht nach der Abreise hilft.
  5. Quote messen: Die Direktbuchungsquote regelmäßig gleich berechnen und die Entwicklung verfolgen.

Mehr im Magazin

Wie ein Hotel Direktbucher mit flexibleren Stornobedingungen belohnt, zeigt unser Beitrag „Spontane Gäste, feste Dienstpläne“ über das ANDERS Hotel Walsrode. Welche Software alle Buchungen zusammenführt, erklärt der Lexikon-Eintrag „Was ist ein PMS?“.

Quellen

Dieser Lexikon-Eintrag stützt sich auf folgende Quellen:

  1. HOGAPAGE (2026)
    Hotrec-Studie: Zwei Plattformkonzerne dominieren den OTA-Markt
    Fachartikel, 16.09.2026. Langfristige Entwicklung der Buchungskanäle in Deutschland, Buchungen über die Hotelwebsite und per Telefon, Unterbietung durch Portale.
  2. Tageskarte (2026)
    Hotelvertrieb – 70,5 Prozent der deutschen OTA-Buchungen laufen über Booking Holdings
    Fachartikel, 15.09.2026. Ergebnisse der European Hotel Distribution Study 2026 von HOTREC und HES-SO Valais-Wallis (2.713 Hotels, Referenzjahr 2025): Buchungskanäle in Europa und Deutschland, Stornoquoten.
  3. Europäische Kommission (2026)
    How the DMA ensures businesses using Booking.com are free to set their prices on and off Booking.com
    Factsheet, 28.09.2026. Verbot von Paritätsklauseln für Booking.com nach dem Digital Markets Act, freie Preissetzung der Hotels im Europäischen Wirtschaftsraum.
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