Was ist ein Kassensystem? Die POS-Kasse im Hotel einfach erklärt
Ein Kassensystem bucht Umsätze in Restaurant und Bar. Was es mit dem PMS verbindet und was das Steuerrecht verlangt.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Kassensystem, englisch Point of Sale oder POS, erfasst Umsätze in Restaurant, Bar, Spa oder Shop.
- Im Hotel ist es meist mit dem PMS verbunden, damit Gäste Restaurantrechnungen aufs Zimmer buchen und beim Check-out gemeinsam bezahlen können.
- Elektronische Kassen müssen in Deutschland durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung, kurz TSE, geschützt sein. Für jeden Vorgang ist ein Beleg auszugeben.
- Betriebe müssen ihre elektronischen Kassen dem Finanzamt melden, neue Geräte innerhalb eines Monats nach Anschaffung.
Der Gast trinkt an der Bar zwei Gläser Wein und sagt: „Aufs Zimmer, bitte.“ Damit der Betrag am nächsten Morgen auf der Rechnung steht, müssen Kasse und Hotelsoftware zusammenarbeiten. Und damit das Finanzamt zufrieden ist, muss die Kasse noch einiges mehr können.
Was ein Kassensystem im Hotel ist
Ein Kassensystem erfasst Verkäufe außerhalb der Zimmerbuchung: im Restaurant, an der Bar, im Spa, im Shop oder beim Frühstück für Gäste von außerhalb. Im Englischen heißt es Point of Sale, kurz POS. Moderne Systeme laufen auf Kassenterminals oder Tablets, oft ergänzt um mobile Geräte, mit denen der Service direkt am Tisch boniert.
Die Verbindung zum PMS
Im Hotel ist die wichtigste Funktion der Kasse die Schnittstelle zum PMS. Über sie lassen sich Umsätze auf ein Zimmer buchen, sodass der Gast beim Check-out alles gemeinsam bezahlt. Umgekehrt sieht der Service, welche Gäste im Haus sind, ob Halbpension gebucht ist und welche Zimmernummer zu welchem Namen gehört. Fehlt diese Verbindung, werden Belege von Hand übertragen, mit Zeitaufwand und Fehlerrisiko.
Was das Steuerrecht verlangt
Elektronische Kassen müssen nach § 146a der Abgabenordnung jeden Vorgang einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet aufzeichnen. Die Aufzeichnungen sind durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung zu schützen, kurz TSE. Für jeden Geschäftsvorfall ist dem Beteiligten in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang ein Beleg auszugeben.¹
Hinzu kommt eine Mitteilungspflicht: Betriebe müssen dem Finanzamt elektronisch melden, welche Aufzeichnungssysteme sie nutzen, und zwar innerhalb eines Monats nach Anschaffung oder Außerbetriebnahme.¹ Die Meldung ist seit dem 1. Januar 2025 möglich, etwa über Mein ELSTER. Kassen, die vor dem 1. Juli 2025 angeschafft wurden, mussten bis zum 31. Juli 2025 gemeldet werden.² Dieser Eintrag ersetzt keine Steuerberatung.
Worauf Hoteliers achten
- PMS-Schnittstelle: Lassen sich Umsätze direkt aufs Zimmer buchen und Gästedaten abrufen?
- TSE prüfen: Ist die Kasse mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung ausgestattet?
- Meldung erledigt: Ist jede Kasse beim Finanzamt gemeldet, und werden neue oder ausgemusterte Geräte innerhalb eines Monats nachgemeldet?
- Mobil arbeiten: Kann der Service am Tisch oder auf der Terrasse bonieren?
- Auswertungen nutzen: Zeigt das System Umsätze nach Bereich, Tageszeit und Artikel?
Mehr im Magazin
Warum das ibis Paderborn City seine Hotelbar durch einen Marketplace zur Selbstbedienung ersetzt hat, zeigt unser Beitrag „Braucht ein modernes Hotel überhaupt noch eine klassische Hotelbar?“. Welche Software im Hotel Buchungen, Zimmer und Rechnungen zusammenführt, erklärt der Lexikon-Eintrag PMS.
Dieser Lexikon-Eintrag stützt sich auf folgende Quellen:
-
Bundesministerium der Justiz (2026)
§ 146a Abgabenordnung: Ordnungsvorschrift für die Buchführung und für Aufzeichnungen mittels elektronischer Aufzeichnungssysteme
Gesetzestext, gesetze-im-internet.de. Technische Sicherheitseinrichtung, Belegausgabepflicht und Mitteilungspflicht für elektronische Kassen. -
Oberfinanzdirektion Karlsruhe (2025)
Mitteilungspflicht nach § 146a Absatz 4 AO
Information der Finanzverwaltung Baden-Württemberg. Meldung elektronischer Kassen seit 1. Januar 2025 über Mein ELSTER, Frist 31. Juli 2025 für vor dem 1. Juli 2025 angeschaffte Systeme.
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