Was ist die ADR? Den durchschnittlichen Zimmerpreis im Hotel einfach erklärt
Die ADR zeigt, was ein verkauftes Zimmer im Schnitt einbringt. Wie sie berechnet wird und was sie verrät.
Das Wichtigste in Kürze
- ADR steht für Average Daily Rate: den durchschnittlichen Preis, den ein Hotel pro verkauftem Zimmer und Nacht erzielt.
- Laut Hotelverband Deutschland sank der durchschnittliche Netto-Zimmerpreis 2025 um 2,8 Prozent auf 109 Euro, obwohl die Auslastung stieg.
- Berechnet wird die ADR als Logisumsatz geteilt durch die verkauften Zimmernächte.
- Erst zusammen mit der Auslastung zeigt die ADR, wie gut ein Hotel seine Zimmer verkauft.
Was bringt ein Zimmer im Schnitt? Diese Frage beantwortet die ADR, die Average Daily Rate. Sie gehört neben der Auslastung zu den Kennzahlen, die in keinem Monatsbericht fehlen, und sie erklärt, warum ein volles Haus noch kein gutes Ergebnis bedeutet.
Was die ADR misst
Die Average Daily Rate, auf Deutsch meist durchschnittlicher Zimmerpreis oder Durchschnittsrate, gibt an, wie viel Logisumsatz ein Hotel im Schnitt pro verkaufter Zimmernacht erzielt. Gerechnet wird in der Regel netto, also ohne Umsatzsteuer, und ohne Umsätze aus Frühstück, Restaurant oder Spa.
So wird die ADR berechnet
Die Formel ist einfach: Logisumsatz geteilt durch verkaufte Zimmernächte. Ein Beispiel: Ein Hotel nimmt im Juni mit Übernachtungen netto 99.000 Euro ein und hat 900 Zimmernächte verkauft. Die ADR liegt bei 99.000 geteilt durch 900, also 110 Euro.
Wichtig ist, was in den Logisumsatz einfließt. Enthält ein Paketpreis Frühstück oder Abendessen, wird dieser Anteil in der Regel herausgerechnet. Wer das nicht einheitlich macht, vergleicht Monate oder Jahre mit unterschiedlichen Maßstäben.
Wie sich die ADR in Deutschland entwickelt hat
Nach dem Branchenreport des Hotelverbands Deutschland (IHA) sank der durchschnittliche Netto-Zimmerpreis 2025 um 2,8 Prozent auf 109 Euro. Gleichzeitig stieg die Zimmerauslastung um 0,9 Prozentpunkte auf 68,1 Prozent. Der Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) ging laut Bericht auf 74 Euro zurück.¹
Die Häuser waren also voller, verdienten aber pro Zimmer weniger. Zugleich nahmen die Unternehmensinsolvenzen im klassischen Beherbergungsgewerbe laut IHA um 40,1 Prozent zu.¹
Warum die ADR nur mit der Auslastung aussagekräftig ist
Eine hohe ADR allein ist kein Erfolg, wenn dafür viele Zimmer leer bleiben. Eine hohe Auslastung allein ist keiner, wenn die Zimmer zu billig verkauft werden. Deshalb verbinden Hotels beide Werte zum RevPAR, dem Logisumsatz pro verfügbarem Zimmer: Auslastung mal ADR. Mit den Branchenwerten für 2025 ergibt das 68,1 Prozent mal 109 Euro, also rund 74 Euro.
Worauf Hoteliers achten
- Netto rechnen: ADR ohne Umsatzsteuer und ohne Frühstück oder andere Leistungen berechnen.
- Nach Segmenten trennen: Geschäftsreisende, Gruppen und Urlauber zahlen unterschiedliche Preise. Eine Gesamt-ADR verdeckt das.
- Nach Kanälen trennen: Was bleibt nach Provision? Eine Buchung über ein Portal bringt bei gleicher ADR weniger ein als eine Direktbuchung.
- Preise regelmäßig prüfen: Wann wurden die Preise zuletzt angepasst? Saison, Wochentage und Nachfrage gehören in die Kalkulation.
Mehr im Magazin
Warum Hotels oft auf der Erlösseite Geld verlieren, etwa bei Zimmerpreisen, die selten angepasst werden, zeigt unser Beitrag „Digitalisiert – und trotzdem blind?“. Wo Zimmerpreise und Umsätze zusammenlaufen, erklärt der Lexikon-Eintrag „Was ist ein PMS?“.
Dieser Lexikon-Eintrag stützt sich auf folgende Quelle:
-
Tageskarte (2026)
IHA präsentiert Branchenreport Hotelmarkt Deutschland 2026
Fachartikel, 13.05.2026. Kennzahlen des Hotelverbands Deutschland (IHA) für 2025: Zimmerauslastung, durchschnittlicher Netto-Zimmerpreis, RevPAR, Übernachtungen, Insolvenzen.
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