Was ist ein GDS? Globale Distributionssysteme im Hotel erklärt

Über ein GDS buchen Reisebüros und Firmenreisedienste Hotelzimmer. Wie es funktioniert und für wen es sich lohnt.

Von Michael Külbel 2 Min. Lesezeit

Grafik: Amadeus 1987 von Air France, Iberia, Lufthansa und SAS gegründet, über 180.000 angebundene Reisebüros, drei große GDS, Hotels über CRS oder Dienstleister angebunden
Globale Distributionssysteme am Beispiel Amadeus, vereinfacht dargestellt. Grafik: eingecheckt.de · Hintergrundfoto: Stimpy, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Das Wichtigste in Kürze
  • GDS steht für Global Distribution System. Über diese Netzwerke buchen Reisebüros, Firmenreisedienste und Online-Anbieter Flüge, Mietwagen und Hotelzimmer.
  • Die großen Anbieter sind Amadeus, Sabre und Travelport. Ihre Wurzeln liegen in den Reservierungssystemen der Fluggesellschaften.
  • Für Hotels ist das GDS vor allem wichtig, wenn sie Geschäftsreisende über Reisebüros und Firmenreiseprogramme gewinnen wollen.
  • Hotels sind meist nicht direkt angebunden, sondern über ein CRS oder einen spezialisierten Dienstleister. Pro Buchung fallen Gebühren und meist eine Provision an.

Ein Unternehmen bucht für eine Mitarbeiterin Flug und Hotel zur Messe in Frankfurt, über sein Reisebüro. Ob dabei ein bestimmtes Hotel zum Zug kommt, entscheidet sich in einem System, das die meisten Gäste nie zu sehen bekommen: dem GDS.

Was ein GDS ist

Ein Global Distribution System ist ein weltweites Buchungsnetz, an das Reisebüros, Firmenreisedienste und viele Online-Reiseanbieter angeschlossen sind. Sie sehen darin Flüge, Mietwagen und Hotelzimmer mit Preisen und Verfügbarkeit und buchen direkt im System. Die großen Anbieter sind Amadeus, Sabre und Travelport.

Woher die Systeme kommen

Globale Distributionssysteme sind aus den Reservierungssystemen der Fluggesellschaften entstanden. Amadeus wurde 1987 von Air France, Iberia, Lufthansa und SAS gegründet, um ein unabhängiges und neutrales globales Distributionssystem aufzubauen. Als Amadeus die Marke von einer Million Buchungen pro Tag erreichte, waren laut Unternehmen mehr als 180.000 Reisebüros und Verkaufsbüros von Fluggesellschaften angeschlossen.¹

Für wen das GDS wichtig ist

Für Hotels zählt das GDS vor allem im Geschäftsreisemarkt. Viele Unternehmen buchen Dienstreisen über Reisebüros oder Buchungsplattformen, die auf GDS-Daten zugreifen, und verhandeln Firmenraten mit Hotels, die dort hinterlegt werden. Wer in diesen Systemen nicht sichtbar ist, wird von solchen Kunden kaum gebucht. Für ein Ferienhotel in den Bergen spielt das GDS dagegen meist eine geringe Rolle.

Wie Hotels angebunden werden

Einzelne Hotels sind selten direkt mit einem GDS verbunden. Sie nutzen ein CRS oder einen spezialisierten Dienstleister, der Preise und Verfügbarkeiten in die Systeme einspielt. Für jede Buchung fallen Gebühren an, dazu kommt in der Regel eine Provision für das buchende Reisebüro. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie viele Geschäftsreisende ein Haus erreichen will und kann.

Worauf Hoteliers achten

Checkliste: GDS ja oder nein?
  1. Gäste kennen: Wie hoch ist der Anteil an Geschäftsreisenden und Firmenkunden?
  2. Firmenkunden fragen: Über welche Reisebüros oder Plattformen buchen die wichtigsten Firmenkunden?
  3. Kosten rechnen: Gebühren und Provisionen pro Buchung gegen den zusätzlichen Umsatz stellen.
  4. Anbindung klären: Bietet das vorhandene CRS oder der Channel Manager eine GDS-Anbindung?

Mehr im Magazin

Wie ein Hotel mit Tagungsgeschäft auf veränderte Anforderungen reagiert, zeigt unser Beitrag „Das Hotel Vier Jahreszeiten Starnberg denkt seine Tagungsräume neu“. Wie Preise und Verfügbarkeiten automatisch an viele Kanäle gehen, erklärt der Lexikon-Eintrag Channel Manager.

Quellen

Dieser Lexikon-Eintrag stützt sich auf folgende Quelle:

  1. Amadeus (2026)
    About Amadeus
    Unternehmensseite. Gründung 1987 durch Air France, Iberia, Lufthansa und SAS, Entwicklung zum globalen Distributionssystem.
Hotel-Lexikon

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