Was ist der TRevPAR? Den Gesamtumsatz pro Zimmer einfach erklärt
Der TRevPAR zählt alle Umsätze pro verfügbarem Zimmer, auch Restaurant und Spa. Wann er mehr zeigt als der RevPAR.
Das Wichtigste in Kürze
- TRevPAR steht für Total Revenue per Available Room: den Gesamtumsatz eines Hotels geteilt durch alle verfügbaren Zimmernächte.
- Anders als der RevPAR zählt er nicht nur den Logisumsatz, sondern auch Restaurant, Bar, Tagungen, Spa und andere Leistungen.
- Er ist besonders aussagekräftig für Häuser mit starker Gastronomie, Wellness oder Tagungsgeschäft.
- Wie der RevPAR zeigt der TRevPAR Umsatz, nicht Gewinn. Was übrig bleibt, zeigt erst der GOPPAR.
Ein Stadthotel und ein Wellnesshotel erzielen denselben RevPAR. Trotzdem setzt das Wellnesshotel pro Zimmer deutlich mehr um, weil seine Gäste zu Abend essen, Massagen buchen und an der Bar sitzen. Diesen Unterschied macht der TRevPAR sichtbar.
Was der TRevPAR misst
TRevPAR steht für Total Revenue per Available Room, also Gesamtumsatz pro verfügbarem Zimmer. Er umfasst alle Umsätze eines Hotels: Logis, Frühstück und Restaurant, Bar, Tagungen und Veranstaltungen, Spa und Wellness, Parkplatz und sonstige Leistungen. Geteilt wird durch alle verfügbaren Zimmernächte, auch die leer gebliebenen.
So wird der TRevPAR berechnet
Ein Beispiel: Ein Hotel mit 40 Zimmern hat im Juni 1.200 Zimmernächte zur Verfügung. Der Logisumsatz beträgt 96.000 Euro netto, der RevPAR also 80 Euro. Dazu kommen 54.000 Euro aus Restaurant, Bar und Spa. Der Gesamtumsatz liegt bei 150.000 Euro, der TRevPAR bei 125 Euro.
Wann der TRevPAR mehr zeigt als der RevPAR
Der RevPAR reicht für Häuser, die fast nur Zimmer verkaufen, etwa ein Hotel garni. Für Häuser mit Restaurant, Tagungsräumen oder Spa bildet er die Leistung nur zum Teil ab. Ein Hotel, das Zimmer günstiger anbietet, dafür aber Halbpension und Spa verkauft, kann beim RevPAR schwächer und beim TRevPAR stärker sein als ein Mitbewerber. Der TRevPAR hilft zudem bei Entscheidungen, etwa ob sich ein Paket mit Abendessen lohnt oder ob eine Tagungsgruppe mehr bringt als Einzelreisende.
Ein Blick in die Praxis
Wie Logis und Gastronomie unterschiedlich laufen können, zeigt eine Auswertung von HotStats-Daten durch Cushman & Wakefield für Vollservice-Stadthotels in London: 2025 sank der RevPAR um 0,9 Prozent, der Umsatz mit Speisen und Getränken stieg dagegen um 0,6 Prozent. Der Gesamtumsatz ging um 0,6 Prozent zurück.¹
Grenzen der Kennzahl
Auch der TRevPAR misst Umsatz, nicht Gewinn. Restaurant und Spa verursachen Personal- und Wareneinsatzkosten, die oft deutlich höher sind als im Zimmerverkauf. Ob sich der Zusatzumsatz lohnt, zeigt erst der GOPPAR, der Gewinn pro verfügbarem Zimmer. Liegen die Betriebskosten im Beispiel oben bei 105.000 Euro, bleiben von 125 Euro TRevPAR 37,50 Euro GOPPAR.
Worauf Hoteliers achten
- Umsätze trennen: Logis, Gastronomie, Tagung und Spa in der Buchhaltung getrennt erfassen.
- Monatlich rechnen: Den Gesamtumsatz netto durch die verfügbaren Zimmernächte teilen.
- Mit RevPAR vergleichen: Der Abstand zeigt, wie viel Umsatz außerhalb der Zimmer entsteht.
- Kosten mitdenken: Zusatzumsätze immer zusammen mit ihren Kosten betrachten.
Mehr im Magazin
Wie ein Restaurant mit Michelin-Stern zum Reiseanlass wird, zeigt unser Beitrag „Was bringt ein Michelin-Stern einem Hotel wie dem Strandhotel Dünenmeer?“. Wie Jazz und Clubbing im Hotel Rosenstock Urlauber und Einheimische zusammenbringen, beschreibt „Jazz, Gin und eine Lobby als Tanzfläche im Hotel Rosenstock“. Die reine Logiskennzahl erklärt der Lexikon-Eintrag RevPAR.
Dieser Lexikon-Eintrag stützt sich auf folgende Quelle:
-
Cushman & Wakefield (Daten: HotStats) (2026)
London’s Hotels Maintain Strong Profitability Despite Softer RevPAR in 2025
Pressemitteilung auf Hospitality Net, März 2026. RevPAR, Gesamtumsatz, Umsatz mit Speisen und Getränken, GOPPAR und GOP-Marge von Vollservice-Stadthotels in London 2025.
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