Was ist der RevPAR? Den Umsatz pro verfügbarem Zimmer einfach erklärt

Der RevPAR verbindet Auslastung und Zimmerpreis zu einer Zahl. Wie er berechnet wird und wo seine Grenzen liegen.

Von Michael Külbel 2 Min. Lesezeit

Grafik: Rechenbeispiel zum RevPAR. Hotel A mit 90 Prozent Auslastung und 80 Euro erzielt 72 Euro, Hotel B mit 70 Prozent und 110 Euro 77 Euro, Deutschland 2025 lag bei 74 Euro
Rechenbeispiel zum RevPAR mit dem Branchenwert des Hotelverbands Deutschland für 2025. Grafik: eingecheckt.de
Das Wichtigste in Kürze
  • RevPAR steht für Revenue per Available Room: den Logisumsatz, den ein Hotel im Schnitt pro verfügbarem Zimmer und Nacht erzielt.
  • Berechnet wird er als Auslastung mal durchschnittlicher Zimmerpreis oder als Logisumsatz geteilt durch alle verfügbaren Zimmernächte.
  • Laut Hotelverband Deutschland sank der RevPAR der deutschen Hotellerie 2025 auf 74 Euro, weil der Zimmerpreis stärker fiel als die Auslastung stieg.
  • Der RevPAR zeigt den Umsatz, nicht den Gewinn. Kosten und Umsätze aus Restaurant oder Spa bleiben außen vor.

Auslastung oder Preis, was zählt mehr? Der RevPAR beantwortet die Frage, indem er beides zu einer Zahl verbindet. Deshalb gilt er in der Hotellerie als wichtigste Kennzahl für den Zimmerverkauf, und deshalb lohnt es sich, ihn richtig zu lesen.

Was der RevPAR misst

RevPAR steht für Revenue per Available Room, also Umsatz pro verfügbarem Zimmer. Anders als der durchschnittliche Zimmerpreis (ADR), der nur die verkauften Zimmer betrachtet, bezieht der RevPAR alle Zimmer ein, auch die leer gebliebenen. Er zeigt damit, wie viel Logisumsatz ein Hotel aus seiner gesamten Kapazität holt.

So wird der RevPAR berechnet

Es gibt zwei gleichwertige Wege. Erstens: Auslastung mal durchschnittlicher Zimmerpreis. Zweitens: Logisumsatz geteilt durch alle verfügbaren Zimmernächte.

Ein Beispiel: Ein Hotel mit 40 Zimmern hat im Juni 1.200 Zimmernächte zur Verfügung und verkauft 900 davon zu durchschnittlich 110 Euro netto. Die Auslastung liegt bei 75 Prozent, der Logisumsatz bei 99.000 Euro. Der RevPAR beträgt 75 Prozent mal 110 Euro oder 99.000 geteilt durch 1.200, in beiden Fällen 82,50 Euro.

Warum ein volles Haus nicht automatisch mehr bringt

Hotel A ist zu 90 Prozent belegt und verkauft seine Zimmer im Schnitt für 80 Euro. Hotel B ist nur zu 70 Prozent belegt, verlangt aber 110 Euro. Hotel A wirkt erfolgreicher, erzielt aber einen RevPAR von 72 Euro, Hotel B einen von 77 Euro. Hotel B verdient also pro Zimmer mehr und hat dabei weniger Zimmer zu reinigen.

Wie sich der RevPAR in Deutschland entwickelt hat

Nach dem Branchenreport des Hotelverbands Deutschland (IHA) stieg die durchschnittliche Zimmerauslastung 2025 um 0,9 Prozentpunkte auf 68,1 Prozent. Der Netto-Zimmerpreis gab um 2,8 Prozent auf 109 Euro nach, der RevPAR sank entsprechend auf 74 Euro. Der Verband spricht von einer Phase der preisgetriebenen Konsolidierung.¹

Was der RevPAR nicht zeigt

Der RevPAR misst Umsatz, nicht Gewinn. Er sagt nichts über Personal-, Energie- oder Provisionskosten und nichts über Umsätze aus Frühstück, Restaurant, Tagungen oder Spa. Ein Hotel kann seinen RevPAR steigern und trotzdem weniger verdienen, wenn die zusätzlichen Buchungen teuer erkauft sind.

Gerade in Deutschland ist das wichtig. Laut IHA gehört Deutschland im europäischen Vergleich zu den Hotelmärkten mit der höchsten Kostenstruktur bei gleichzeitig moderaten Zimmerpreisen.¹ Deshalb ergänzen viele Hotels den RevPAR um Kennzahlen, die auch Kosten oder Gesamtumsatz berücksichtigen, etwa GOPPAR oder TRevPAR.

Worauf Hoteliers achten

Checkliste: RevPAR richtig nutzen
  1. Netto rechnen: Logisumsatz ohne Umsatzsteuer und ohne Frühstück oder andere Leistungen ansetzen.
  2. Mit dem Vorjahr vergleichen: Denselben Monat oder dieselbe Woche des Vorjahres heranziehen, nicht den Vormonat.
  3. Ursache prüfen: Ist der RevPAR wegen der Auslastung oder wegen des Preises gestiegen oder gesunken?
  4. Kosten mitdenken: Provisionen und Zusatzkosten neuer Buchungen gegen den Mehrumsatz stellen.

Mehr im Magazin

Warum der Erlös pro verfügbarem Zimmer zu den drei Zahlen gehört, die ein Hotelier kennen sollte, erklärt René Kaplick von den Gastro Piraten in unserem Beitrag „Digitalisiert – und trotzdem blind?“. Wo Auslastung, Preise und Umsätze zusammenlaufen, zeigt der Lexikon-Eintrag „Was ist ein PMS?“.

Quellen

Dieser Lexikon-Eintrag stützt sich auf folgende Quelle:

  1. Hotelverband Deutschland (IHA) (2026)
    Neuer IHA-Branchenreport „Hotelmarkt Deutschland 2026“ erschienen
    Pressemitteilung, 13.05.2026. Zimmerauslastung, Netto-Zimmerpreis und RevPAR der deutschen Hotellerie 2025, Insolvenzen, Kostenstruktur im europäischen Vergleich.
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