Was ist der Pick-up? Buchungsverlauf und Vorlauf im Hotel erklärt
Der Pick-up zeigt, wie schnell neue Buchungen eingehen. Warum er und der Buchungsvorlauf für Preise wichtig sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Pick-up heißt: die Zahl der Zimmer, die in einem bestimmten Zeitraum für einen Anreisetag neu gebucht wurden, abzüglich Stornierungen.
- Der Buchungsvorlauf beschreibt, wie viele Tage vor der Anreise Gäste typischerweise buchen.
- Zusammen ergeben beide die Buchungskurve. Liegt der aktuelle Stand über oder unter dem üblichen Verlauf, kann ein Hotel bei Preisen und Verfügbarkeit gegensteuern.
- Je kurzfristiger Gäste buchen, desto wichtiger ist es, den Pick-up regelmäßig und nicht erst kurz vor dem Termin anzusehen.
Ein Hotel ist für den übernächsten Samstag zu 60 Prozent gebucht. Ist das gut oder schlecht? Das hängt davon ab, wie schnell die Buchungen hereinkommen. Genau das misst der Pick-up.
Was der Pick-up ist
Der Pick-up, englisch etwa für Zuwachs, ist die Zahl der Zimmer, die in einem bestimmten Zeitraum für ein Anreisedatum neu hinzugekommen sind, abzüglich der Stornierungen. Ein Beispiel: Am Montag waren für einen Samstag im März 21 Zimmer gebucht, am Freitag sind es 29. Der Pick-up dieser Woche beträgt acht Zimmer.
Was der Buchungsvorlauf zeigt
Der Buchungsvorlauf, englisch Booking Window oder Lead Time, beschreibt den Abstand zwischen Buchung und Anreise. Ein Tagungshotel kennt seine Gruppen oft Monate vorher, ein Stadthotel lebt von Buchungen in den letzten Tagen. Wer seinen typischen Vorlauf kennt, weiß, wie viel Pick-up in welcher Phase normal ist.
Die Buchungskurve als Frühwarnsystem
Trägt man den Buchungsstand für einen Anreisetag über die Wochen davor auf, entsteht eine Buchungskurve. Chris Anderson und Sheryl Kimes von der Cornell University beschreiben sie als zentrales Werkzeug der Nachfrageprognose. Hotels erstellen solche Kurven für jedes Gästesegment. Liegt der aktuelle Stand über oder unter dem üblichen Verlauf, lässt sich gegensteuern.¹
Liegt die Kurve über dem Vorjahr, kann das Hotel Preise anheben oder günstige Raten schließen. Liegt sie darunter, helfen gezielte Angebote oder eine bessere Sichtbarkeit auf den Vertriebskanälen.
Warum kurzfristige Buchungen alles schwieriger machen
Je später Gäste buchen, desto weniger Zeit bleibt zum Reagieren. Wie sich das im Alltag anfühlt, zeigt das ANDERS Hotel Walsrode, das wir im Magazin vorgestellt haben: 100 Übernachtungsgäste, aber nur zwei Tischreservierungen im Restaurant. Wer den Pick-up täglich verfolgt, sieht Entwicklungen früher und kann Personal und Einkauf besser planen.
Worauf Hoteliers achten
- Stichtag festlegen: Den Buchungsstand jeden Montag für die kommenden acht bis zwölf Wochen festhalten.
- Vorjahr danebenlegen: Den Stand mit demselben Abstand zum Anreisetag im Vorjahr vergleichen.
- Stornierungen einrechnen: Den Netto-Pick-up betrachten, also Neubuchungen minus Stornierungen.
- Reagieren: Bei starkem Pick-up Preise prüfen, bei schwachem Angebote und Sichtbarkeit.
Mehr im Magazin
Wie schwer sich kurzfristige Nachfrage planen lässt, zeigt unser Beitrag „Kurzfristige Buchungen machen dem ANDERS Hotel Walsrode die Personalplanung schwer“. Warum Gäste später buchen und wie sich Hotels darauf einstellen können, erklärt Tourismusprofessor Marco A. Gardini in „KI verändert die Hotelsuche, Gäste buchen kurzfristiger – wie sich Hotels darauf einstellen können“. Wie Hotels aus dem Buchungsstand Preise ableiten, erklärt der Lexikon-Eintrag Revenue Management.
Dieser Lexikon-Eintrag stützt sich auf folgende Quelle:
-
Chris Anderson, Sheryl Kimes (Cornell University) (o. J.)
Revenue Management for Enhanced Profitability: An Introduction for Hotel Owners and Asset Managers
Fachbeitrag, Cornell eCommons. Prognose mit Buchungskurven, Ratenzäune und Segmentierung, Umsatzsteigerung durch Revenue Management von 2 bis 5 Prozent in vielen Fällen.
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