Das Wichtigste in Kürze
- Im Hotel Rosenstock in Fischen im Allgäu gibt es seit 2020 die Veranstaltungsreihe GIN & JAZZ. Am 30. Oktober 2026 findet die sechste Ausgabe statt.
- Rund die Hälfte der Veranstaltungsbesucher sind Hotelgäste, die andere Hälfte kommt aus Fischen und der Umgebung.
- Die Clubbing-Abende sind für manche Besucher ein Anlass, gezielt ein Wochenende im Rosenstock zu buchen. Auch das Weihnachtskonzert „Swinging Christmas“ ist seit Jahren ausgebucht.
- Der Eintritt zu GIN & JAZZ ist frei. Inhaber Stefan Karg sieht den Wert der Veranstaltungen vor allem in den Begegnungen und der Verbindung zur Region.
Wenn im Hotel Rosenstock die Lobby zur Tanzfläche wird, kann es passieren, dass plötzlich Mitarbeitende aus ganz unterschiedlichen Abteilungen neben den Hotelgästen tanzen. Und mittendrin stehen manchmal auch die Gastgeber selbst: Anja und Stefan Karg. Was in vielen Hotels eher ungewöhnlich wäre, gehört im Rosenstock in Fischen im Allgäu inzwischen zum Veranstaltungsleben. Dabei hatte die Geschichte ganz anders angefangen – mit der Entscheidung, aus dem familiengeführten Haus ein Erwachsenenhotel zu machen.
Das war im Dezember 2019. Stefan Karg und seine Familie wollten das Hotel weiterentwickeln, ihren Gästen besondere Erlebnisse bieten und gleichzeitig Menschen aus der Umgebung ins Haus holen. Eine Kombination, die nicht unbedingt selbstverständlich ist. Denn wer sich als Erwachsenenhotel positioniert, könnte sich durchaus darauf beschränken, die Wünsche seiner Übernachtungsgäste zu erfüllen.
Im Rosenstock entschied man sich für einen anderen Weg. Ein Jahr später, 2020, feierte GIN & JAZZ Premiere. Klavier, Kontrabass, eine Hotelbar und die Idee, einen Abend zu veranstalten, bei dem es keine Rolle spielt, ob jemand im Hotel übernachtet oder nur für die Musik vorbeikommt.
Heute, sechs Jahre später, ist daraus weit mehr als ein gelegentliches Konzert geworden.
Die Hälfte der Besucher hat gar kein Zimmer gebucht
Wie gut sich ein Hotel für die Menschen aus seiner Umgebung öffnen kann, zeigt ein Blick auf das Publikum. Ungefähr die Hälfte der Veranstaltungsbesucher kommt aus Fischen und der Region. Die andere Hälfte sind Hotelgäste.
„Genau diese Mischung macht den besonderen Reiz unserer Veranstaltungen aus“, sagt der geschäftsführende Inhaber.
Die Hotelbar wird damit zu einem Treffpunkt für Menschen, deren Wege sich sonst möglicherweise nicht gekreuzt hätten. Urlauber verbringen einen Abend mit Einheimischen, und wer aus der Umgebung kommt, erlebt das Hotel aus einer anderen Perspektive.
Für Karg gehört diese Offenheit inzwischen ganz selbstverständlich zum Charakter des Rosenstock.
Am Freitag, 30. Oktober 2026, steht bereits die sechste Ausgabe auf dem Programm. Andreas Kopeinig am Klavier und Tiny Schmauch am Kontrabass spielen Bossa Novas, swingende Jazzklassiker und eigene Kompositionen. Die Bar hält dazu mehr als 20 Gins aus aller Welt bereit, auch ohne Alkohol. Der Eintritt ist frei.¹

Irgendwann buchen Gäste wegen der Veranstaltung
Es gibt Hotels, die ihren Gästen ein abendliches Unterhaltungsprogramm anbieten. Im Rosenstock hat sich das Verhältnis zumindest bei einem Teil der Besucher inzwischen umgekehrt: Sie kommen nicht zufällig zu einer Veranstaltung, weil sie gerade im Hotel wohnen. Sie buchen das Hotel, weil dort etwas stattfindet.
„Gerade unsere Clubbing-Abende sind für manche Gäste sogar ein Anlass, ein Wochenende im Hotel Rosenstock zu buchen“, erzählt Karg.
Das ist eine Entwicklung, die auch aus unternehmerischer Sicht interessant ist. Ein Veranstaltungsabend, der zunächst als zusätzliches Angebot gedacht war, wird selbst zum Anlass für eine Übernachtung.
Neben GIN & JAZZ organisiert das Haus auch „Rosenstock's Clubbing“ und das Weihnachtskonzert „Swinging Christmas“. Die Formate sprechen unterschiedliche Besucher an, haben aber eines gemeinsam: Sie holen Menschen ins Hotel, die sich gezielt für diese Veranstaltungen interessieren.
Besonders deutlich wird das beim Weihnachtskonzert. „Swinging Christmas“ ist seit Jahren ausgebucht, sogar mit Warteliste. Gerade bei den Einheimischen erfreut es sich großer Beliebtheit.
Darin liegt eine bemerkenswerte Entwicklung. Während viele Hotels darum werben, dass Gäste ihre Restaurants und Bars besuchen, hat sich im Rosenstock ein Teil des Publikums längst daran gewöhnt, regelmäßig zu bestimmten Veranstaltungen wiederzukommen.
Wenn aus einer Lobby plötzlich ein anderer Ort wird
Die Hotelbar und die angrenzenden Aufenthaltsbereiche sind nicht nur Räume, in denen Getränke serviert werden. Je nach Veranstaltung verändert sich ihre Funktion.
Besonders bei den Clubbing-Abenden wird das sichtbar. Dann wird in der Lobby getanzt, und die Grenze zwischen Gästen, Gastgebern und Mitarbeitenden tritt für eine Weile in den Hintergrund.
Für die Musik sorgt an diesen Abenden DJ Daniele Burgarella.

Stefan Karg erinnert sich besonders gern an diese Momente.
„Wir haben gemerkt, dass das Hotel Rosenstock mehr ist als ein Ort zum Übernachten: Unsere Veranstaltungen bringen Menschen zusammen.“
Es sind nicht nur die Gäste, die davon profitieren. Wenn Mitarbeitende aus unterschiedlichen Abteilungen gemeinsam auf der Tanzfläche stehen, bekommt auch das Miteinander im Haus eine andere Seite.

Über die Jahre sind außerdem persönliche Beziehungen zu den auftretenden Künstlern entstanden. Viele gehören für Karg inzwischen beinahe zur Hotelfamilie.
Dass bei GIN & JAZZ erneut Andreas Kopeinig und Tiny Schmauch auftreten, passt dazu. Die beiden Musiker spielen seit vielen Jahren in unterschiedlichen Formationen zusammen. Ihr Repertoire reicht von Jazzstandards und Latin-Sounds bis zu Blues und Funky Soul.¹

Der Eintritt ist frei. Die Rechnung kommt trotzdem.
So schön die Vorstellung von einer belebten Hotelbar und tanzenden Gästen sein mag, für den Hotelbetrieb bleibt eine ganz praktische Frage: Wer bezahlt das alles?
Musiker treten nicht kostenlos auf. Veranstaltungen müssen organisiert werden, und das Personal hat auch an solchen Abenden seine Aufgaben. Auf Eintrittseinnahmen verzichtet das Rosenstock bei GIN & JAZZ dennoch.
Für Stefan Karg ist das kein Widerspruch.
„Für uns sind diese Veranstaltungen eine Herzensangelegenheit. Der Eintritt ist frei und natürlich kosten Organisation und Künstler Geld. Aber es geht um mehr als Umsatz: Wir schaffen Begegnungen, stärken unsere Verbindung zur Region und bieten Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben.“
Natürlich spielt auch der Barbetrieb eine Rolle. Wer einen Jazzabend besucht, kann sich aus mehr als 20 Gins seinen Favoriten aussuchen. Doch Karg betrachtet den Erfolg der Veranstaltungen nicht ausschließlich durch die Frage, wie viele Getränke an einem Abend verkauft werden.
Der Nutzen zeigt sich an anderer Stelle. Gäste kommen gezielt wegen des Programms, Menschen aus der Region lernen das Haus kennen, und regelmäßige Veranstaltungen geben ihnen einen Anlass, wiederzukommen.
Seine Erfahrungen zeigen, weshalb ein Hotel einen solchen Aufwand für sinnvoll halten kann. Wer einen Abend erlebt, an den er sich gern erinnert, verbindet mit dem Haus mehr als eine Übernachtung oder einen Restaurantbesuch.
Für Hoteliers steckt darin ein Gedanke, der über Livemusik hinausgeht: Räume, die tagsüber ganz selbstverständlich zum Hotelbetrieb gehören, können mit einer passenden Veranstaltung auch für Menschen interessant werden, die sonst keinen Anlass hätten, das Haus zu betreten.
Warum Stefan Karg am Ende selbst auf der Tanzfläche steht
Bei aller wirtschaftlichen Überlegung wäre es allerdings zu kurz gegriffen, hinter dem Veranstaltungsprogramm nur eine Strategie zur Gästegewinnung zu vermuten.
Dafür spricht Stefan Karg zu persönlich über die Abende.
Er liebt die Jazzkonzerte, freut sich über die gewachsenen Beziehungen zu den Künstlern und darüber, wenn Gäste ihren Aufenthalt gezielt auf die Veranstaltungen abstimmen.
Und dann gibt es eben jene Abende, an denen er irgendwann nicht mehr nur Gastgeber ist.
„Bei den Clubbing-Abenden stehe ich später am Abend auch selbst mit meiner Frau Anja auf der Tanzfläche. Dann wissen wir, warum sich der Aufwand lohnt.“
Vielleicht lässt sich an diesem Satz besser als an jeder Umsatzaufstellung verstehen, was das Rosenstock mit seinen Veranstaltungen erreichen möchte. Die Familie Karg will nicht nur Zimmer anbieten und dazu ein wenig Unterhaltung organisieren. Sie möchte, dass Menschen gern in ihr Hotel kommen, gemeinsam einen Abend verbringen und einen Grund haben, wiederzukehren.
Am 30. Oktober übernehmen zunächst wieder Andreas Kopeinig und Tiny Schmauch den musikalischen Teil. Gespielt werden unter anderem Stücke von George Gershwin, Cole Porter, Antonio Carlos Jobim und Herbie Hancock.¹
Ob jemand dafür aus einem Hotelzimmer herunterkommt oder eigens aus Fischen anreist, dürfte an diesem Abend zweitrangig sein. Genau darin liegt schließlich die Idee, mit der GIN & JAZZ vor sechs Jahren begonnen hat.
- Veranstaltungsort: Hotel Rosenstock, Fischen im Allgäu
- Termin: Freitag, 30. Oktober 2026
- Uhrzeit: 19:00 bis ca. 22:30 Uhr
- Musiker: Andreas Kopeinig (Klavier) und Tiny Schmauch (Kontrabass)
- Eintritt: frei
- Reservierung: erbeten unter 08326 364560
- Gastronomie: Ein Essen im Hotel ist auf Wunsch nach telefonischer Voranmeldung möglich.
Hotel Rosenstock
Prüfe aktuelle Preise und Verfügbarkeit direkt beim Gastgeber.
Zur HotelwebsiteDieser Beitrag stützt sich auf folgende Quellen:
-
FUCHS PR & CONSULTING (2026)
6. Auflage von „GIN & JAZZ“ im Hotel Rosenstock
Pressemitteilung für das Hotel Rosenstock, 12.10.2026. Termin, Programm, Musiker, Gin-Auswahl, Eintritt und Reservierung.