Das Wichtigste in Kürze
- Das Bergdorf Prechtlgut in Wagrain im Salzburger Land hat acht Chalets mit eigenem Almspa und offenem Kamin. Gastgeber sind Carina Neumann und Manuel Aster.
- Carina Neumann ist Gesundheitspsychologin. Sie bietet Gästen Achtsamkeitstrainings, Waldbaden und persönliche Gespräche an.
- Feste Termine gibt es nicht. Gäste gestalten ihren Tag selbst, das Frühstück wird im Chalet gedeckt.
- Der Name geht auf das Prechtlfeld zurück, auf dem Bauern früher gemeinsam die Ernte verarbeitet haben.
Eine Geschäftsfrau im Bademantel, Erinnerungen an früher und ein Urlaub ohne Stundenplan: Im Bergdorf Prechtlgut in Wagrain verfolgt Gastgeberin Carina Neumann eine besondere Vorstellung von Erholung. Ihre Erfahrung als Gesundheitspsychologin spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Die Dame war perfekt gestylt, als sie im Bergdorf Prechtlgut ankam. Geschäftsfrau durch und durch, erinnert sich Gastgeberin Carina Neumann: korrekt, präzise, mit sehr wenig Leichtigkeit. Drei Tage später betrat dieselbe Frau das Restaurant – mit zerzausten Haaren und im Bademantel, um sich einen Aperol zu holen. Erst dort bemerkte sie, dass sie nicht gestylt war. Gemeinsam mit den Gastgebern musste sie lachen. „Da sieht man mal, wie Erholung aussieht“, sagte sie.
Für Carina Neumann ist diese Begegnung eine schöne Erinnerung und zugleich ein Beispiel dafür, was sie mit ihrem Konzept erreichen möchte. Die Gesundheitspsychologin führt gemeinsam mit Manuel Aster das 2018 eröffnete Bergdorf Prechtlgut in Wagrain im Salzburger Land. Acht private Chalets mit eigenem Almspa und offenem Kamin sollen Gästen ermöglichen, ihren Urlaub möglichst unabhängig von festen Abläufen zu gestalten. Das Motto lautet „Urlaub wie damals – mit dem Luxus von heute“.¹

Was zunächst nach einem klassischen Versprechen der gehobenen Wellnesshotellerie klingt, hat für Neumann einen sehr persönlichen Hintergrund. Es geht um Erinnerungen, um die Bedeutung freier Zeit und um die Frage, weshalb selbst Menschen, die sich bewusst eine Auszeit nehmen, manchmal erst wieder lernen müssen, zur Ruhe zu kommen.
Ein paar freie Tage sind noch keine Erholung
Wer Urlaub gebucht hat, hat noch lange nicht seinen Alltag hinter sich gelassen. Der Laptop reist mit, das Smartphone liegt griffbereit, und selbst die vermeintlich freie Zeit wird nicht selten mit Aktivitäten gefüllt. Neumann beobachtet bei ihren Gästen, dass manche zu Beginn ihres Aufenthaltes gar nicht so recht wissen, was sie mit den freien Stunden anfangen sollen. Die Arbeit ist zwar unterbrochen, doch die Gewohnheit, ständig beschäftigt und erreichbar zu sein, bleibt bestehen.
„Aus meiner Arbeit als Gesundheitspsychologin weiß ich, dass Erholung nicht automatisch eintritt, nur weil man ein paar Tage frei hat“, erklärt Neumann. Entscheidend sei vielmehr, ob Menschen die Möglichkeit bekommen, sich tatsächlich auf ihre eigenen Bedürfnisse zu konzentrieren. Für die Gastgeberin bedeutet das, den Gästen möglichst wenig vorzuschreiben. Nicht jeder möchte morgens um acht frühstücken, tagsüber wandern und am Nachmittag einen Wellnessbereich besuchen. Manchmal besteht der angenehmste Urlaubstag einfach darin, überhaupt keinen Plan zu haben.
Diese Überzeugung beeinflusst die Abläufe im Prechtlgut. Das Frühstück wird im eigenen Chalet gedeckt, Mahlzeiten können im Restaurant Prechtlstadl oder in der privaten Unterkunft genossen werden. Statt eines gemeinschaftlichen Wellnessbereichs, in dem man sich nach anderen Gästen richten muss, verfügt jedes Chalet über seinen eigenen Almspa. Wer möchte, verbringt den Tag mit einem Buch vor dem Kamin, lässt sich bei einer Massage verwöhnen oder erkundet die Bergwelt rund um Wagrain.

Die Entscheidung darüber liegt bei den Gästen. Das ist der eigentliche Kern des Konzeptes: Nicht das Hotel bestimmt den Rhythmus des Aufenthaltes, sondern der Mensch, der dort Urlaub macht.
Die Hausbank der Großmutter und ein altes Getreidefeld
Dass Neumann ihre Vorstellung von Erholung nicht ausschließlich aus der Psychologie ableitet, zeigt sich besonders deutlich, wenn sie von früher erzählt. Sie erinnert sich an gemeinsame Mittagessen mit guten Gesprächen, an gemütliche Filmabende auf dem Sofa und daran, wie sie von der Hausbank ihrer Großmutter aus einfach in die Natur blickte.
Es sind unspektakuläre Erinnerungen. Gerade deshalb erzählen sie viel über die Philosophie des Bergdorfs. „Damals heißt für mich, den Moment genießen und das Leben einfach leben ohne diese Schnelligkeit, die uns alle vor sich hertreibt“, beschreibt Neumann ihre Vorstellung vom Urlaub vergangener Zeiten.
Sogar der Name des Hauses trägt ein Stück dieser Vergangenheit in sich. Das Bergdorf entstand auf dem sogenannten Prechtlfeld, einem ehemaligen Getreidefeld, auf dem Bauern früher gemeinschaftlich ihre Ernte verarbeiteten. Den Gedanken des Miteinanders fanden Neumann und Aster so passend, dass sie ihn im Namen ihres Betriebs bewahren wollten.
Die beiden kamen keineswegs zufällig in die Gastgeberrolle. Manuel Aster hatte bereits viele Jahre in der Wintergastronomie gearbeitet, Carina Neumann während ihres Studiums Erfahrungen in einem Hotel gesammelt. Beide entdeckten dabei ihre Begeisterung für die Arbeit mit Gästen. Als sie sich entschlossen, das Prechtlgut zu bauen, wollten sie allerdings bewusst eigene Wege gehen: persönlicher, familiärer und stärker an individuellen Bedürfnissen orientiert.
Daraus entstand eine interessante Verbindung. Während die Erinnerung an früher vor allem von Gemeinschaft und gemeinsam verbrachter Zeit erzählt, setzt das heutige Prechtlgut gleichzeitig auf ausgesprochen viel Privatsphäre. Die Gäste können selbst entscheiden, wann sie Gesellschaft möchten und wann sie lieber für sich bleiben. Der Luxus von heute soll ermöglichen, was Neumann an früher besonders schätzt: Zeit ohne ständige Verpflichtungen.
Achtsamkeit im Chalet und im Wald
Neumanns beruflicher Hintergrund macht sich nicht nur bei der Gestaltung des Urlaubskonzeptes bemerkbar. Gäste können bei ihr auch Achtsamkeitstrainings und Waldbaden erleben. Dafür verlässt sie gewissermaßen ihre klassische Gastgeberrolle.
Bei den Achtsamkeitseinheiten gehe es nicht um persönliche Themen der Gäste, sondern um eine Technik zur Entspannung, erklärt sie. Die Teilnehmer lernen, sich selbst und ihre Umgebung bewusst wahrzunehmen, ohne das Erlebte zu bewerten oder verändern zu wollen. Die Übungen finden meist im Chalet statt, bei schönem Wetter auch draußen. Sie dauern zwischen einer halben Stunde und eineinhalb Stunden, wenn es in den Wald geht.
Neumann ist überzeugt, dass gerade die Natur Menschen dabei unterstützen kann, Abstand vom hektischen Alltag zu gewinnen. Sie spricht von einem Leben, das durch Nachrichten, Termine und ständige Erreichbarkeit geprägt sei. Die Ruhe des Waldes, natürliche Materialien und eine Umgebung ohne permanente Ablenkung sollen helfen, wieder stärker auf die eigenen Bedürfnisse zu achten.

Dabei hat sie einen interessanten Blick auf die Frage, was Wellness eigentlich bedeutet. Während Hotels mit immer größeren Poollandschaften, ausgefallenen Anwendungen und umfangreichen Aktivprogrammen um Gäste werben, stellt Neumann etwas wesentlich Einfacheres in den Mittelpunkt: „Ich denke, der wahre Luxus ist heute Zeit.“
Das bedeutet keineswegs, dass Ausstattung und Komfort im Prechtlgut nebensächlich wären. Die privaten Wellnessbereiche, der Service im Chalet und die gastronomischen Angebote gehören ausdrücklich zum Konzept. Sie sollen den Gästen vor allem möglichst viele Verpflichtungen des Alltags abnehmen.
Die Freiheit, auch einmal nichts Besonderes zu erleben
Vielleicht ist es gerade diese Verbindung aus Komfort und Selbstbestimmung, die den Ansatz für andere Hoteliers interessant macht. Denn häufig wird das Urlaubserlebnis über die Menge der verfügbaren Angebote definiert. Mehr Aktivitäten, mehr Anwendungen, mehr Möglichkeiten sollen einen Aufenthalt attraktiver machen. Neumann setzt einen anderen Akzent. Ein gelungener Tag muss aus ihrer Sicht nicht möglichst viel enthalten, sondern vor allem zu dem Menschen passen, der ihn erlebt.
Sie selbst nennt ganz einfache Beispiele: morgens einen Kaffee in der Sonne trinken, ohne bereits den Terminkalender durchzugehen. Eine Saunaeinheit genießen, ohne Rücksicht auf andere nehmen zu müssen. Oder nach dem Aufstehen an einen bereits gedeckten Frühstückstisch kommen. Kleine Momente, die im Alltag leicht untergehen und im Urlaub plötzlich wieder Bedeutung gewinnen.

Die Freiheit, den Tag selbst zu gestalten, bedeutet dabei nicht zwangsläufig, ihn allein zu verbringen. Auch persönliche Begegnungen spielen für die Gastgeberin eine wesentliche Rolle. Das gilt für Gäste ebenso wie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Persönlichkeit und Individualität gehören neben der Zeitqualität zu den drei zentralen Begriffen ihrer Philosophie.
Dass Neumann selbst nicht außerhalb des hektischen Alltags steht, macht ihre Geschichte besonders nachvollziehbar. Gemeinsam mit Manuel Aster betreibt sie neben dem Prechtlgut auch Aster’s Mountainclub, der unter anderem für Hochzeiten und Firmenveranstaltungen genutzt wird.
Wie findet also jemand Ruhe, dessen Beruf darin besteht, anderen Menschen Erholung und schöne Erlebnisse zu ermöglichen? Neumann nennt Meditation, Lesen und Gespräche mit ihrem Lebensgefährten. Aber auch Begegnungen mit Gästen und Mitarbeitern gehören für sie dazu. Die Gastronomie sei zwar ein stressiger Beruf, gebe einem aber ebenso viele schöne Momente zurück, die in Erinnerung bleiben.
Die Geschichte der Geschäftsfrau im Bademantel ist einer davon.
Für diesen Beitrag wurden ein schriftliches Interview und das Pressematerial zum Bergdorf Prechtlgut ausgewertet.
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uschi liebl pr (2026)
Pressebereich Bergdorf Prechtlgut
Pressemitteilungen und Pressefotos, Oktober 2026. Acht Chaleteinheiten in Wagrain, privater Almspa, offener Kamin, Motto „Urlaub wie damals – mit dem Luxus von heute“.