Das Wichtigste in Kürze
- Nikolaos Soulios kam Mitte der 1990er-Jahre aus Griechenland nach Deutschland und wurde eher zufällig Koch, als in einem Bistro der Koch ausfiel.
- Seit 1. Juni 2026 leitet er die Küche im ACHAT Hotel Monschau in der Eifel. Seit 1. Oktober können die Gäste dort wieder aus einer Speisekarte wählen.
- Eine gute Küche beruht für ihn auf Respekt, Ehrlichkeit, Fairness und Loyalität und auf einem Team, das zusammenhält.
- Zu Weihnachten gibt es ein festliches Buffet, zu Silvester ein Event mit Musik und Feuerwerk.
Vom Tresen eines kleinen Bistros in die Küchenleitung eines Hotels: Nikolaos Soulios ist eher zufällig Koch geworden. Heute, fast 30 Jahre später, führt er die Küche im ACHAT Hotel Monschau in der Eifel. Dahinter steht ein Küchenchef mit griechischen Wurzeln, einer Leidenschaft für Rockmusik und einer klaren Vorstellung davon, wie gute Zusammenarbeit funktioniert.
Eine Pizza und ein ausgefallener Koch
Eigentlich hatte Nikolaos Soulios gar nicht vor, Koch zu werden. Mitte der 1990er-Jahre kam er gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Bruder aus Griechenland nach Deutschland. In einem kleinen Bistro arbeitete er zunächst an der Theke. Als eines Tages der Koch ausfiel, wurde er gefragt, ob er Pizza machen könne. Was als spontane Aushilfe begann, wurde zu seinem Beruf.
Seit 1997 arbeitet Soulios in der Gastronomie. Er sammelte Erfahrungen in Deutschland und Griechenland, entwickelte seinen eigenen Stil und lernte die unterschiedlichen Seiten des Küchenalltags kennen. Am 1. Juni 2026 übernahm er schließlich die Küchenleitung im ACHAT Hotel Monschau. Dass er inzwischen auf fast drei Jahrzehnte Berufserfahrung zurückblicken kann, bedeutet für ihn keineswegs, ausgelernt zu haben. „Auch nach fast 30 Jahren lerne ich jeden Tag dazu. Man darf nie glauben, dass man schon alles weiß.“

Seine neue Wirkungsstätte liegt in der Eifel, nur wenige Gehminuten von der historischen Altstadt Monschaus entfernt. Das ACHAT Hotel verfügt über 99 Zimmer, ein Restaurant, eine Bar sowie einen Wellnessbereich mit Schwimmbad und Sauna. Dazu kommen sechs Tagungsräume, die auch Geschäfts- und Gruppenreisende ansprechen.¹ Für die Küche bedeutet das ein breites Aufgabenspektrum: Frühstück, Gruppenverpflegung, Halbpension und das reguläre Abendgeschäft müssen organisiert werden.
Eine Hotelküche funktioniert wie eine Rockband
Wer Nikolaos Soulios auf seinen persönlichen Stil anspricht, bekommt schnell zwei Dinge zu hören: Griechenland und Rockmusik. Beide gehören für ihn untrennbar zu seiner Persönlichkeit. Seine griechischen Wurzeln und die vielen Jahre in Deutschland haben ihn geprägt. „Ich sage gerne mit einem Augenzwinkern: Im Kopf bin ich inzwischen ziemlich deutsch, aber mein griechisches Herz bleibt.“
Musikalisch schlägt sein Herz vor allem für Rock. Mit dieser Vorliebe verbindet Soulios Freiheit, Energie und Individualität. Auch beim Kochen lässt er sich gern von anderen Köchen und Restaurants inspirieren, möchte daraus aber immer etwas Eigenes entwickeln. Gute Zutaten, kräftige Aromen und eine persönliche Handschrift sind ihm wichtiger als das bloße Nachahmen fremder Ideen.

Im Küchenalltag bedeutet Führung für ihn vor allem Respekt, Ehrlichkeit, Fairness und Loyalität. Gerade an stressigen Tagen komme es darauf an, dass sich alle aufeinander verlassen können. „Eine Küche funktioniert für mich wie eine Rockband: Jeder hat seine Aufgabe, aber am Ende zählt das Zusammenspiel.“
Das ist keine schlechte Beschreibung für die Arbeit in einem Hotelrestaurant. Schließlich genügt es nicht, wenn einzelne Mitarbeiter ihr Handwerk beherrschen. Vorbereitung, Küche und Service müssen aufeinander abgestimmt sein. Für Soulios gehört dazu, dass gute Leistungen nicht nur dem Küchenchef zugeschrieben werden, sondern dem gesamten Team. „Wenn unser Team gute Arbeit leistet, die Gäste zufrieden sind und das Hotel erfolgreich ist, profitieren wir alle davon.“
Zurück zur Speisekarte
Als Soulios die Küche übernahm, wurde zunächst mit einem Buffetkonzept gearbeitet. Doch im Laufe der ersten Monate beobachtete er, dass sich manche Gäste etwas anderes wünschten: nicht nur zu festgelegten Angeboten essen, sondern spontan entscheiden können, worauf sie gerade Appetit haben. Für den Küchenchef war das Anlass, das bisherige Konzept zu verändern.
„Ich habe aber gemerkt, dass viele Gäste lieber spontan kommen und selbst entscheiden möchten, was sie essen. Deshalb habe ich am 1. Oktober unser À-la-carte-Angebot gestartet.“
Seitdem stehen wieder Vorspeisen, Suppen, Fleisch- und Fischgerichte, vegetarische Speisen und Desserts auf der Karte. Ergänzt wird das Angebot durch saisonale Gerichte. Auch Halbpensionsgäste profitieren von der Umstellung, denn sie können ihre Speisen jetzt individueller auswählen. Das bisherige Verpflegungskonzept wird damit nicht einfach abgeschafft, sondern um zusätzliche Wahlmöglichkeiten erweitert.

Die ersten Reaktionen machen ihm Mut. „Die Resonanz ist sehr positiv, und das macht mich stolz.“
Frühstück, Gruppen und À-la-carte – alles aus einer Küche
Die eigentliche Herausforderung beginnt allerdings hinter den Küchentüren. Während À-la-carte-Gäste ihre Gerichte individuell bestellen, müssen gleichzeitig die Abläufe für Gruppen und Halbpension funktionieren. Schon am nächsten Morgen wartet das Frühstücksgeschäft. Für eine Hotelküche bedeutet das unterschiedliche Anforderungen, wechselnde Gästezahlen und einen Arbeitsalltag, der sich nicht immer vollständig vorausplanen lässt.
Soulios setzt deshalb auf eine klare Organisation. „Mit guter Planung, klaren Aufgaben und einem Team, das zusammenhält“, beantwortet er die Frage, wie sich diese unterschiedlichen Aufgaben bewältigen lassen. Die Abläufe seien angepasst worden, damit das zusätzliche Angebot in den Hotelalltag integriert werden könne. Schwierigkeiten verschweigt der Küchenchef dabei nicht. Besonders bei hohem Gästeaufkommen oder fehlendem Personal könne die Belastung erheblich sein.

Das Beispiel zeigt, worauf es bei der Erweiterung eines gastronomischen Angebots ankommt. Eine neue Speisekarte allein reicht nicht aus. Vorbereitung, Aufgabenverteilung und Zusammenarbeit müssen zum Konzept passen. Die Bilder aus der Monschauer Küche vermitteln einen Eindruck davon: Reihen von angerichteten Vorspeisen, vorbereitete Suppen und mehrere Teller Risotto stehen bereit, bevor sie den Weg zu den Gästen finden.

Für Soulios steht dabei nicht allein die Geschwindigkeit im Mittelpunkt. „Mir ist wichtig, dass sich niemand abgefertigt fühlt. Unsere Gäste sollen sich willkommen fühlen, ihr Essen genießen und gerne wiederkommen.“ Gerade darin sieht er den Unterschied zwischen einer funktionierenden Speisenausgabe und einem Restaurantbesuch, den Gäste in guter Erinnerung behalten.
Hinter jedem Teller steckt mehr, als Gäste sehen
Auf den Fotografien aus Monschau sind ganz unterschiedliche Gerichte zu sehen. Lachscarpaccio mit Salat und Sprossen, Burrata mit Ofentomaten und Pesto, cremige Gnocchi in Pilzrahm oder Desserts mit Beeren und Vanillesauce. Dazu kommen Aufnahmen aus der Küche, auf denen die Vorbereitung mehrerer Portionen gleichzeitig zu erkennen ist. Sie zeigen zwei Seiten derselben Arbeit: die sorgfältige Anrichtung eines einzelnen Tellers und die Organisation vieler Bestellungen.

Soulios möchte, dass Gäste diesen Aufwand zumindest ein wenig wahrnehmen. „Hinter jedem Teller stecken viel Vorbereitung, Handwerk und Herzblut.“ Kochen bedeute für ihn nicht, lediglich Speisen aufzuwärmen. Es gehe darum, mit guten Zutaten und handwerklicher Arbeit ein schönes Erlebnis zu schaffen.

Dabei weiß der Küchenchef, dass Geschmäcker unterschiedlich sind. Nicht jeder Gast wird von jedem Gericht gleichermaßen begeistert sein. Entscheidend ist für ihn deshalb auch der Umgang mit Rückmeldungen. Kritik will er ernst nehmen und daraus lernen. Lob und wiederkehrende Gäste empfindet er als besondere Bestätigung seiner Arbeit.
Zum Jahresende wird wieder das Buffet aufgebaut
Die Rückkehr zum À-la-carte-Geschäft bedeutet übrigens nicht, dass Buffets künftig grundsätzlich aus der Monschauer Küche verschwinden. Für Weihnachten 2026 plant Soulios bereits ein festliches Buffet. Auch der Jahreswechsel ist vorbereitet: Zu Silvester soll es eine Veranstaltung mit Musik und Feuerwerk geben.
Damit setzt das Hotel weiterhin auf unterschiedliche gastronomische Formate, je nach Anlass und Erwartungen der Gäste. À-la-carte für die individuelle Auswahl beim Abendessen, Buffets für besondere Veranstaltungen und passende Lösungen für Gruppen und Halbpensionsgäste.
Für andere Hoteliers liegt darin eine interessante Anregung: Gastronomische Konzepte müssen nicht zwangsläufig nach einem einzigen Muster funktionieren. Im ACHAT Hotel Monschau versucht Soulios, unterschiedliche Angebote miteinander zu verbinden, ohne den Alltag der Küche aus dem Blick zu verlieren.
Dass ihm dabei das Menschliche besonders wichtig ist, passt zu seiner eigenen Geschichte. Aus einer spontanen Frage in einem kleinen Bistro wurde eine fast 30-jährige Laufbahn in der Gastronomie. Heute steht Nikolaos Soulios als Küchenleiter vor neuen Aufgaben – und hat sich seine Begeisterung für den Beruf bewahrt.
„Und wer mich kennt, weiß: Ein bisschen Rock muss sein! Ich bin eben der Rockchef Niko – Leidenschaft am Herd und Rock ’n’ Roll im Herzen!“
ACHAT Hotel Monschau
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Zur HotelwebsiteFür diesen Artikel wurden offizielle Hotelinformationen und ein eigenes schriftliches Interview ausgewertet.
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ACHAT Hotels (2026)
ACHAT Hotel Monschau
Hotelwebsite, abgerufen am 26.10.2026. Offizielle Hotelinformationen zu Lage, Zimmeranzahl, Tagungsräumen, Gastronomie und Wellnessbereich.