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# Ein historisches Gästehaus in Bad Aussee holt Japan ins Salzkammergut
- URL: https://www.eingecheckt.de/podenhaus-bad-aussee-japan-festival/
- Published: 2026-10-18T07:28:19.000Z
- Updated: 2026-10-29T07:10:46.000Z
- Description: Eine Begegnung in Kyoto führte zu einer neuen Idee fürs Podenhaus. In Bad Aussee trifft Gastlichkeit auf japanische Kunst.
- Author: Michael Külbel
- Tags: #de, #magazin_de, #pair_podenhaus, Hotelkonzepte, #format_interview

Das Wichtigste in Kürze 
- Das Podenhaus in Bad Aussee ist ein historisches Handelshaus mit Ursprüngen im 14\. Jahrhundert und heute ein Gästehaus.
- Gastgeber Gerhard Paradeiser lernte in Kyoto die japanische Künstlerin Juni Vojorna kennen, heute seine Frau.
- Vom 1\. bis 25\. November 2026 veranstalten beide erstmals das Japan Creative Festival mit Ausstellungen, Workshops, japanischem Café und Shamisen-Konzerten.
- Der November passt, weil die eigene Landwirtschaft dann Zeit lässt und das Haus weniger ausgelastet ist. Die Ausstellung bleibt danach im Atelier.

**Eine dreimonatige Reise nach Japan, eine besondere Begegnung in Kyoto und ein jahrhundertealtes Handelshaus im österreichischen Bad Aussee: Die Geschichte von Gerhard Paradeiser und Juni Vojorna zeigt, wie persönliche Leidenschaften zu einem außergewöhnlichen Gastgeberkonzept werden können. Mit ihrem ersten Japan Creative Festival möchten die beiden nun Kunst, Kultur und Gastfreundschaft miteinander verbinden – und ein historisches Haus noch stärker für die Menschen der Region öffnen.**

## Eine Reise nach Japan und eine unerwartete Begegnung

Als Gerhard Paradeiser vor einigen Jahren mitten in den Planungen für den umfassenden Umbau seines Podenhauses in Bad Aussee steckte, entschied er sich für eine ungewöhnliche Auszeit. Drei Monate Japan sollten ihm die Gelegenheit geben, Abstand zu gewinnen, über die anstehenden Entscheidungen nachzudenken und gleichzeitig einen Teil Asiens kennenzulernen, der ihn schon länger interessierte. Nach einer ersten Eingewöhnungszeit in Tokio zog es ihn nach Kyoto, die alte Kaiserstadt mit ihren Tempeln, traditionellen Gärten und einer jahrhundertealten Kunst- und Handwerkskultur.

Dort begegnete er Juni Vojorna, einer Künstlerin aus der japanischen Präfektur Fukuoka. Aus der Bekanntschaft wurde eine Beziehung, später heirateten die beiden. Nach der ersten Corona-Welle kam Juni nach Österreich und erlebte die weitere Entwicklung des Podenhauses und dessen umfangreichen Umbau größtenteils mit. Bei Stuck- und Malerarbeiten legte sie oft tagelang selbst Hand an und half bei der Fertigstellung mit. Eine Reise, die Paradeiser ursprünglich zur persönlichen Orientierung unternommen hatte, brachte damit eine Veränderung in sein Leben, die schließlich auch die Zukunft seines Gästehauses prägen sollte.

Heute verbinden Gerhard Paradeiser und Juni Vojorna im Herzen des steirischen Salzkammerguts österreichische Gastlichkeit mit japanischer Kunst und Lebensart. Vom 1\. bis 25\. November 2026 veranstalten sie im Podenhaus erstmals das Japan Creative Festival. Geplant sind Ausstellungen, künstlerische Workshops, japanische Spezialitäten und traditionelle Musik.¹ Was auf den ersten Blick wie eine außergewöhnliche Veranstaltungsreihe erscheint, ist bei näherer Betrachtung die Fortsetzung einer sehr persönlichen Geschichte.

## Ein Handelshaus mit mehr als 600 Jahren Geschichte

Das Podenhaus selbst hat eine Vergangenheit, die weit über seine heutige Nutzung als Gästehaus hinausreicht. Das markante Gebäude in der Kirchengasse gehört zu den geschichtsträchtigen Häusern von Bad Aussee. Seine Ursprünge werden auf das 14\. Jahrhundert datiert, eine Urkunde aus dem Jahr 1431 belegt bereits damalige Besitzverhältnisse. Über die Jahrhunderte wechselten Eigentümer und Funktionen. Besonders prägend wurde die Nutzung als Handelshaus, das zeitweise zu den bedeutenden Geschäftshäusern des Ortes gehörte.²

Mit der Familie Paradeiser ist das Gebäude seit 1962 verbunden. Damals vererbte Maria Tauer, deren Familie das Haus vor genau 100 Jahren, am 1\. Oktober 1926, erworben hatte, drei Viertel der Liegenschaft an ihre Nichte Christine Paradeiser. Im Zuge einer familiären Betriebsübergabe ging das Podenhaus 1993 an deren Sohn Gerhard Paradeiser über, dem es später gelang, auch das verbliebene Viertel wieder in Familienbesitz zu bringen. Bereits 1994 begann er mit einer aufwendigen Renovierung des damals stark sanierungsbedürftigen Gebäudes. Die Restaurierung bewahrte einen wichtigen Teil der örtlichen Baugeschichte und ermöglichte zugleich neue Nutzungen. Unter anderem entstand ein Heurigenlokal, das viele Jahre zum gesellschaftlichen Leben des Hauses gehörte.²

Seine heutige Form als Beherbergungsbetrieb erhielt das Podenhaus durch eine weitere umfassende Sanierung zwischen 2021 und 2023\. Dabei ging es nicht darum, dem historischen Gebäude ein möglichst einheitliches modernes Erscheinungsbild zu geben. Vielmehr sollten die Spuren seiner Vergangenheit sichtbar bleiben. Historische Holzfußböden, originale Decken, restaurierte Möbel und Antiquitäten wurden mit modernen Polstermöbeln, hochwertigen Boxspringbetten und zeitgemäßen Einrichtungselementen kombiniert.³

Diese Mischung prägt heute die Zimmer und Appartements des Hauses. Statt einer standardisierten Hotelgestaltung treffen Gäste auf unterschiedliche Räume, in denen alte Bausubstanz und moderne Wohnkultur nebeneinander bestehen. Auch die Kunst von Juni Vojorna fügt sich in diese Umgebung ein – allerdings nicht, indem sie den historischen Stil aufgreift, sondern indem sie bewusst einen anderen künstlerischen Ausdruck einbringt.

![Weiß getünchter Gewölberaum mit Holzstühlen, Klavier, Wandleuchten und Stoffbahnen unter der Decke](https://storage.ghost.io/c/d1/eb/d1eb58be-ccd0-43e1-b101-0e16365e0b9f/content/images/2026/10/podenhaus-historischer-gewoelberaum.jpg)

Ein historischer Gewölberaum im Podenhaus in Bad Aussee. Foto: Karl Steinegger

## Junis Kunst verändert das Haus

Juni Vojorna beschäftigt sich nach Angaben ihres Mannes seit ihrer Jugend mit Malerei. Schon mit 17 war sie für einige Zeit in New York und malte damals die Skyline der Stadt. Das Bild hing lange Zeit an der Außenwand des Hauses ihres Vaters, der sich als Philosoph allein in die japanischen Berge zurückgezogen hatte, Wind und Wetter ausgesetzt. Bei einem Besuch fiel es Gerhard Paradeiser ins Auge. Er fragte Juni nach der Herkunft und ob sie einverstanden sei, es nach Österreich mitzunehmen. Heute steht das Bild in der Vitrine am Eingang der Beletage. In Japan studierte sie Kunst und präsentierte ihre Arbeiten bereits auf mehreren Ausstellungen. Auch nach ihrem Umzug nach Österreich blieb die künstlerische Tätigkeit ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Zwischen den alltäglichen Aufgaben findet sie immer wieder Zeit für neue Bilder, teilweise entstehen Arbeiten auch im Auftrag.

![Juni Vojorna mit verschränkten Armen vor zwei ihrer Gemälde mit stilisierten Frauenfiguren](https://storage.ghost.io/c/d1/eb/d1eb58be-ccd0-43e1-b101-0e16365e0b9f/content/images/2026/10/juni-vojorna-kuenstlerin.jpg)

Die Künstlerin Juni Vojorna vor eigenen Werken. Foto: William Fritsch

Gerhard Paradeiser beeindruckt besonders, mit welcher Selbstverständlichkeit seine Frau ihre Kunst in das gemeinsame Umfeld integriert. Wo andere möglicherweise lange überlegen würden, welches Bild an welcher Wand am besten zur vorhandenen Einrichtung passt, entscheidet Juni oft spontan. Mit großer Sicherheit bestimmt sie, wo ihre Werke hängen oder stehen sollen. Gerade dieser eigenständige Umgang mit Farben, Formen und Materialien schafft einen Kontrast zur historischen Architektur, den Paradeiser von Anfang an ausdrücklich wollte.

Für die Gäste ist diese Verbindung längst Teil des Aufenthalts geworden. Wer im Podenhaus übernachtet, begegnet nicht nur historischen Möbeln und restaurierten Räumen, sondern auch den künstlerischen Arbeiten der Gastgeberin. Damit bekommt das Gebäude eine zusätzliche persönliche Ebene: Es erzählt nicht allein von seiner jahrhundertelangen Geschichte, sondern auch von den Menschen, die heute darin leben und arbeiten.

Irgendwann entstand bei den beiden der Wunsch, Junis Kunst in einem größeren Rahmen zu präsentieren. Die Ausstellungsmöglichkeiten während des normalen Beherbergungsbetriebs reichten dafür nicht mehr aus. Aus diesem Gedanken entwickelte sich schließlich die Idee eines eigenen Kulturfestivals.

## Wie aus einer Ausstellung ein japanisches Festival wurde

Am Anfang stand keine ausgearbeitete touristische Vermarktungsstrategie. Gerhard und Juni Paradeiser überlegten zunächst, in welchem finanziellen Rahmen sich eine solche Veranstaltung realisieren ließe. Nachdem das Budget festgelegt war, begannen sie mit der Planung des Programms. Ein besonderer Wunsch von Gerhard Paradeiser war es, traditionelle japanische Musik nach Bad Aussee zu holen.

Die beiden dachten dabei an Masato Shibata, einen Tsugaru-Shamisen-Spieler, der klassische japanische Musik mit zeitgenössischen Einflüssen verbindet. Juni kannte den Musiker bis dahin lediglich aus den Medien. Trotzdem wagten sie die Anfrage – und erhielten tatsächlich eine Zusage. Für Paradeiser war das eine besondere Überraschung, zumal Shibata im selben Monat auch internationale Auftritte in Hongkong und Saigon geplant hat. Am 20\. und 21\. November 2026 soll er nun im historischen Ambiente des Podenhauses auftreten.¹

![Masato Shibata in Kimono und Hakama spielt lachend auf seiner Shamisen](https://storage.ghost.io/c/d1/eb/d1eb58be-ccd0-43e1-b101-0e16365e0b9f/content/images/2026/10/masato-shibata-shamisen.jpg)

Der Tsugaru-Shamisen-Spieler Masato Shibata soll am 20\. und 21\. November 2026 im Podenhaus auftreten. Foto: privat

Das musikalische Programm ist nur ein Teil des Festivals. An den vier Veranstaltungswochen sollen wechselnde Ausstellungen japanische Kunst und Handwerksformen präsentieren. Dazu gehören Keramikarbeiten, Kimonos und Accessoires, Korkkunst, traditionelle Scherenschnitte und japanische Kalligrafie. Juni Vojorna beteiligt sich mit eigenen Arbeiten und bietet einen Workshop an, bei dem die Teilnehmer kleine Korkuntersetzer bemalen können. Die ausgestellten Kunstwerke sollen auch erworben werden können.¹

Ergänzt wird das Programm durch ein japanisches Café mit Matcha, Tee und Süßigkeiten. Für Gäste, die sich intensiver mit der japanischen Lebensart beschäftigen möchten, gibt es außerdem ein traditionelles Frühstück mit Reis, Miso-Suppe, gegrilltem Fisch und geröstetem Seetang. Damit verbindet das Festival mehrere Bereiche, die im Hotelbetrieb sonst häufig getrennt organisiert werden: Übernachtung, Kulinarik, Kunst und kulturelle Veranstaltungen.

Für ein kleines Gästehaus bedeutet ein solches Programm zusätzlichen organisatorischen Aufwand. Künstler müssen eingebunden, Ausstellungen vorbereitet, Veranstaltungen koordiniert und die gastronomischen Angebote geplant werden. Dass sich die Gastgeber dennoch bewusst dafür entschieden haben, hängt auch mit ihrer persönlichen Begeisterung für das Thema zusammen.

## Warum ausgerechnet der November?

Der Veranstaltungszeitraum ist eine der interessantesten Entscheidungen des gesamten Projekts. Denn die Wahl fiel nicht allein deshalb auf den November, weil dieser Monat im Tourismus vielerorts zu den [nachfrageschwächeren Zeiten](https://www.eingecheckt.de/weihrerhof-in-suedtirol/) zählt. Der wichtigste Grund liegt vielmehr im Alltag der Gastgeber.

Gerhard Paradeiser und seine Frau betreiben neben dem Podenhaus eine Landwirtschaft in Fels am Wagram in Niederösterreich. Während des Jahres sind sie dadurch stark eingebunden. Erst im November entsteht für beide die notwendige zeitliche Freiheit, um ein mehrwöchiges Kulturfestival zu organisieren. Gleichzeitig ist die [Auslastung](https://www.eingecheckt.de/was-ist-die-auslastung-hotel/) des Gästehauses in dieser Jahreszeit schwächer, sodass sich die Veranstaltungen besser in den laufenden Betrieb integrieren lassen.

Paradeiser formuliert es mit einer gewissen Bodenständigkeit: Man wolle die Hauptsaison nicht zusätzlich mit einem Event „torpedieren“.

Diese Überlegung ist für andere kleinere Beherbergungsbetriebe durchaus interessant. Veranstaltungen werden häufig als Möglichkeit betrachtet, zusätzliche Aufmerksamkeit oder Nachfrage in schwächeren Reisezeiten zu erzeugen. Dabei wird leicht übersehen, dass nicht allein die Nachfrage entscheidet, sondern auch die Frage, wann die Gastgeber überhaupt über genügend personelle und organisatorische Kapazitäten verfügen.

Im Podenhaus ergibt sich der November deshalb aus mehreren praktischen Voraussetzungen. Die landwirtschaftliche Arbeit lässt mehr Freiraum, der normale Beherbergungsbetrieb ist weniger ausgelastet und die historischen Räumlichkeiten können für kulturelle Angebote genutzt werden. Ob das Festival langfristig auch zusätzliche Übernachtungen bringt, wird sich erst zeigen. Bereits die Planung verdeutlicht jedoch, dass neue Angebote nicht zwangsläufig durch eine umfassende Neuausrichtung des Betriebs entstehen müssen. Manchmal genügt es, vorhandene Möglichkeiten mit den Interessen und Fähigkeiten der Betreiber zu verbinden.

## Wenn Gästehaus und Kulturort zusammenwachsen

Dass Kunst und Kultur für touristische Destinationen eine wichtige Rolle spielen, lässt sich auch an aktuellen Zahlen erkennen. Die Österreich Werbung untersuchte im Rahmen ihrer Gästebefragung T-MONA das Reiseverhalten von mehr als 24.000 Menschen, die zwischen Mai und Oktober 2025 in Österreich Urlaub machten. Die Ergebnisse wurden im Juni 2026 veröffentlicht.

Natur und Landschaft waren mit 60 Prozent der mit Abstand am häufigsten genannte Grund für die Wahl einer Urlaubsdestination. Die Unterkunft selbst sowie Sehenswürdigkeiten und Kultur erreichten jeweils 28 Prozent.⁴

Die Zahlen beziehen sich auf den Sommertourismus und erlauben keine unmittelbare Prognose für das Novemberfestival in Bad Aussee. Sie verdeutlichen aber, dass kulturelle Angebote längst mehr sind als ein ergänzender Programmpunkt während des Urlaubs. Für einen Teil der Reisenden gehören sie zu den Gründen, weshalb sie sich überhaupt für eine bestimmte Region entscheiden.

Im Fall des Podenhauses kommt ein weiterer Aspekt hinzu. Die Veranstaltungen richten sich ausdrücklich nicht nur an Übernachtungsgäste. Auch die Menschen aus Bad Aussee und der Umgebung sollen die Ausstellungen besuchen, an Workshops teilnehmen oder das japanische Café kennenlernen können. Ein Beherbergungsbetrieb wird dadurch zumindest zeitweise zu einem öffentlich zugänglichen Kultur- und Begegnungsort.

Für Gerhard Paradeiser ist das keineswegs ein Bruch mit der Geschichte seines Hauses. Ganz im Gegenteil: Bereits als Handelshaus war das Gebäude ein Ort, an dem Menschen zusammenkamen, Waren austauschten und miteinander ins Gespräch kamen. Diese Verbindung zur lokalen Bevölkerung sei über die Generationen erhalten geblieben. Seine Mutter habe sie ebenso gepflegt wie er und seine Frau heute. Unter anderem werden im Podenhaus Produkte aus der eigenen Landwirtschaft angeboten, die nach Aussage des Gastgebers von den Menschen vor Ort gerne angenommen werden.

Das neue Festival führt diese Tradition auf andere Weise fort. Wo früher Handel und Landwirtschaft die Verbindung zur Bevölkerung prägten, kommen nun Kunst, Musik und japanische Kultur hinzu. Die Gastgeber öffnen ihr Haus für neue Begegnungen, ohne dabei seine gewachsene Identität aufzugeben.

Gerhard Paradeiser empfindet gerade diese Möglichkeit als besonders reizvoll. Ihn freue es, wenn Gäste von der Atmosphäre des Hauses und der besonderen Art des Wohnens schwärmten. Mit dem Festival könne man ihnen nun auch kulturell etwas bieten, das sie nicht überall finden.

> „Es macht mich sehr glücklich, wenn Gäste vom Haus und der Art des Wohnens schwärmen und wir ihnen jetzt zusätzlich auch in kultureller Hinsicht etwas bieten können, etwas, das nicht alltäglich ist.“

## Eine Ausstellung, die länger bleibt als das Festival

Mit dem letzten Veranstaltungstag am 25\. November soll das Kulturprojekt keineswegs beendet sein. Nach den Vorstellungen der Gastgeber bleibt die Ausstellung im Atelier weiterhin zugänglich. Bis zur nächsten geplanten Ausstellung im November 2027 sollen sowohl Übernachtungsgäste als auch Einheimische die Möglichkeit haben, die präsentierten Arbeiten zu sehen. Das Festival ist damit als jährlich wiederkehrende Veranstaltung gedacht, während die Kunst auch zwischen den einzelnen Terminen einen festen Platz im Haus behält. Die Ausstellung soll sich dabei im Laufe des Jahres immer wieder verändern. Im Frühjahr 2027 wollen Gerhard Paradeiser und Juni Vojorna erneut einige Wochen in Japan verbringen, neue Ideen sammeln und neue Künstler kennenlernen, die sie anschließend einladen möchten, im Podenhaus auszustellen.

![Raum mit Holzbalkendecke, Regalen mit japanischer Keramik, einem Kimono an der Wand und einem runden Holztisch](https://storage.ghost.io/c/d1/eb/d1eb58be-ccd0-43e1-b101-0e16365e0b9f/content/images/2026/10/podenhaus-atelier-japanische-keramik.jpg)

Blick ins Atelier des Podenhauses mit japanischer Keramik und Kimono. Foto: Karl Steinegger

Für das Podenhaus ist das ein entscheidender Unterschied. Ein zeitlich begrenztes Festival kann Aufmerksamkeit erzeugen und Besucher anziehen. Eine dauerhaft integrierte Ausstellung verändert dagegen das Angebot eines Hauses über einen wesentlich längeren Zeitraum. Die Kunst wird Teil des Aufenthalts, unabhängig davon, ob ein Gast gerade zu einem Konzert, einer Ausstellungseröffnung oder einfach nur für einige ruhige Tage nach Bad Aussee kommt.

Damit entsteht eine Form der Positionierung, die nicht auf einer künstlich geschaffenen Markenidee beruht. Das historische Gebäude, die japanische Herkunft und die künstlerische Arbeit von Juni Vojorna sowie die persönlichen Interessen ihres Mannes ergänzen sich zu einem Konzept, das eng mit den Gastgebern verbunden ist.

Für andere Hoteliers lässt sich daraus keine allgemeingültige Anleitung ableiten. Nicht jeder kleine Betrieb verfügt über geeignete Veranstaltungsräume, künstlerische Kontakte oder die erforderlichen personellen Möglichkeiten. Das Podenhaus zeigt allerdings, wie aus dem persönlichen Hintergrund seiner Gastgeber ein zusätzliches Angebot entstehen kann, das zum Charakter des Hauses passt.

## Eine Geschichte, die in Kyoto begann

Ob das Japan Creative Festival künftig tatsächlich zu einer festen Größe im Kulturkalender von Bad Aussee wird, müssen die kommenden Jahre zeigen. Die erste Ausgabe im November 2026 ist zunächst ein Anfang, verbunden mit viel persönlichem Engagement und dem Wunsch, Menschen unterschiedlicher Herkunft und Interessen zusammenzubringen.

![Plakat des Japan Creative Festival vor einem goldfarbenen Kimono, davor bemalte Tassen auf einem Wandbrett](https://storage.ghost.io/c/d1/eb/d1eb58be-ccd0-43e1-b101-0e16365e0b9f/content/images/2026/10/japan-creative-festival-plakat-podenhaus.jpg)

Das Plakat zum ersten Japan Creative Festival im Podenhaus. Foto: Karl Steinegger

Für Gerhard Paradeiser und Juni Vojorna dürfte das Projekt allerdings schon jetzt eine besondere Bedeutung haben. Es verbindet ihre gemeinsame Geschichte mit einem Gebäude, das Gerhard seit Jahrzehnten begleitet, und gibt Junis künstlerischer Arbeit einen neuen Raum.

Als Paradeiser damals nach Japan aufbrach, stand die Frage nach der Zukunft des Podenhauses im Mittelpunkt seiner Überlegungen. Dass er dort seine spätere Frau kennenlernen und eines Tages gemeinsam mit ihr ein japanisches Kulturfestival in Bad Aussee organisieren würde, konnte er zu diesem Zeitpunkt kaum ahnen.

Heute ist diese persönliche Begegnung ein Teil der Geschichte des alten Handelshauses geworden. Und wenn im November die ersten Töne der japanischen Shamisen in seinen historischen Räumen erklingen, treffen zwei Kulturen aufeinander, die durch Gerhard und Juni längst miteinander verbunden sind.

Quellen

Für diesen Artikel wurden die offiziellen Informationen des Podenhauses, eine historische Hauschronik, touristische Marktforschung sowie eigene redaktionelle Auskünfte ausgewertet. 

1. [Podenhaus – Japan Creative Festival 2026 ](https://www.podenhaus.at/japan-festival?ref=eingecheckt.de)  
Offizielles Festivalprogramm vom 1\. bis 25\. November 2026 mit Ausstellungen, Workshops, japanischer Gastronomie und Konzerten von Masato Shibata.
2. [Podenhaus – Das Podenhaus und seine Geschichte ](https://www.podenhaus.at/podenhaus-gastgeber/geschichte?ref=eingecheckt.de)  
Historische Hauschronik von Michael Seifert. Baugeschichte, frühere Nutzung als Handelshaus, Eigentumsübergänge 1962 und 1993 sowie Restaurierung ab 1994\.
3. [Podenhaus – Über das Haus ](https://www.podenhaus.at/podenhaus-gastgeber?ref=eingecheckt.de)  
Informationen zur Grundsanierung 2021–2023, zur historischen Gebäudesubstanz und zur innenarchitektonischen Gestaltung.
4. [Österreich Werbung (2026) ](https://b2b.austria.info/de-at/newsroom/2026/neue-studie-die-anatomie-des-sommergasts-in-oesterreich/?ref=eingecheckt.de)  
*Neue Studie: Die Anatomie des Sommergasts in Österreich.*  
Veröffentlichung vom 2\. Juni 2026\. T-MONA-Gästebefragung mit mehr als 24.000 Befragten im Zeitraum Mai bis Oktober 2025\. Ergebnisse zur Wahl der Urlaubsdestination: Natur und Landschaft (60 Prozent), Unterkunft und Sehenswürdigkeiten/Kultur (jeweils 28 Prozent).

**Eigene redaktionelle Quelle:**Schriftliche Auskünfte und persönliche Stellungnahmen von Gerhard Paradeiser, Gastgeber im Podenhaus Bad Aussee, Oktober 2026\.