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# „Mitarbeiterbindung ist eigentlich ganz einfach“ – was eine Hotelunternehmerin an der Ostsee anders macht
- URL: https://www.eingecheckt.de/mitarbeiterbindung-janet-schroeder-schwansee/
- Published: 2026-10-16T05:53:02.000Z
- Updated: 2026-10-17T20:18:25.000Z
- Description: Janet Schroeder über dienende Führung, echte Wertschätzung und einen Schneemann, der mehr bewirkt als jeder Arbeitsvertrag.
- Author: Michael Külbel
- Tags: Interviews & Menschen, Hotelmanagement, Personal & Arbeitswelt, #de, #magazin_de, #pair_janet_schroeder

Das Wichtigste in Kürze 
- Janet Schroeder leitet seit Dezember 2019 das Schlossgut Gross Schwansee an der Ostseeküste Mecklenburgs, das Ende 2024 den fünften Stern erhielt.
- Ihr Ansatz ist dienende Führung: Menschen sehen, zuhören und Hindernisse aus dem Weg räumen – mit offener Tür statt Terminvereinbarung.
- Gegen die Nachteile der ländlichen Lage helfen ein Mitarbeiterhaus, Hilfe bei der Wohnungssuche, eine Vier-Tage-Woche und Teilzeitmodelle.
- Auszubildende aus Indien bekommen Paten aus dem Team. Die Fluktuation schätzt Schroeder auf etwa zehn bis 15 Prozent.

Eine offene Bürotür, ein Kaffee, meistens auch etwas Schokolade: Wer bei Janet Schroeder etwas auf dem Herzen hat, muss keinen Termin vereinbaren. Die Geschäftsführende Direktorin des Schlossgut Gross Schwansee an der Ostseeküste Mecklenburgs hat auf LinkedIn einen Satz geschrieben, der in einer Branche voller Klagen über Fachkräftemangel fast provozierend klingt: Mitarbeiterbindung sei eigentlich ganz einfach. Im schriftlichen Interview mit **eingecheckt** erzählt sie, was sie damit meint, warum ein Schneemann manchmal mehr zur Integration beiträgt als ein Arbeitsvertrag und weshalb das Bewertungsformular für den fünften Stern lange unabgeschickt in ihrem Büro lag.

Der Tag beginnt bei Janet Schroeder mit einem Rundgang durchs Haus. Möglichst jeden Morgen begrüßt sie ihre Kolleginnen und Kollegen persönlich, nimmt sich einen Moment für jede und jeden und merkt dabei oft schon, wenn etwas nicht stimmt. „Unsere Philosophie der offenen Türen ist kein Satz für die Website“, sagt sie. „Meine Tür steht tatsächlich offen.“

Seit Dezember 2019 leitet sie das Schlossgut, ein Herrenhaus mit Park und Teich, nur eine Allee vom Meer entfernt. Ende 2024 erhielt das Haus den fünften Stern. Im selben Jahr wurde Janet Schroeder als Unternehmerin des Jahres im Bereich Fachkräftesicherung und Integration ausgezeichnet. Als 1\. Vizepräsidentin des DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern blickt sie zudem weit über ihr eigenes Haus hinaus auf die Branche.

![Luftaufnahme des Schlossguts mit weißem Herrenhaus, roter Backsteinremise, modernem Hotelbau und rechteckigem Teich, dahinter die Ostsee im Sonnenuntergang](https://storage.ghost.io/c/d1/eb/d1eb58be-ccd0-43e1-b101-0e16365e0b9f/content/images/2026/10/schlossgut-gross-schwansee-luftbild.jpg)

Das Schlossgut Gross Schwansee aus der Luft: Herrenhaus, Remise, Neubau und Teich, dahinter die Ostsee im Sonnenuntergang. Foto: © Schlossgut Gross Schwansee

## Gesehen werden, gerade wenn es schwierig wird

„Ich glaube, dass wir Mitarbeiterbindung häufig viel komplizierter machen, als sie sein müsste“, sagt Janet Schroeder. Hotels entwickelten Konzepte, sprächen über Benefits und suchten nach immer neuen Maßnahmen. Dabei werde das Naheliegendste übersehen: Menschen möchten gesehen, ernst genommen und respektvoll behandelt werden. „Sie möchten wissen, dass sie wichtig sind – nicht nur, wenn alles funktioniert, sondern gerade dann, wenn es schwierig wird.“

Dass sie das so klar formuliert, hat mit ihrer eigenen Geschichte zu tun. Janet Schroeder hat zwei Kinder, die inzwischen erwachsen sind. Als sie klein waren, war es nicht immer leicht, Familie und Hotellerie unter einen Hut zu bringen. Diese Zeit hat ihren Blick geschärft: Hinter jeder Arbeitskraft steht ein Mensch mit einem Leben außerhalb des Dienstplans.

Natürlich könne sie nicht jedes Problem lösen. Aber sie könne zuhören, nachfragen und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Ihr Fazit klingt schlicht und ist doch der Kern ihrer Arbeit.

![„Mitarbeiterbindung beginnt nicht mit einem Konzept. Sie beginnt mit der Haltung, mit der ich einem Menschen jeden Tag begegne.“ – Janet Schroeder](https://storage.ghost.io/c/d1/eb/d1eb58be-ccd0-43e1-b101-0e16365e0b9f/content/images/2026/10/janet-schroeder-zitat-haltung.png)

## Dienende Führung heißt nicht, es allen recht zu machen

Geprägt haben sie auch Erfahrungen, die sie lieber nicht gemacht hätte. Janet Schroeder hat erlebt, wie sich Führung anfühlt, wenn Wertschätzung und Vertrauen fehlen. „Solche Erfahrungen zeigen einem sehr deutlich, wie man selbst nicht führen möchte.“

Ihr eigenes Verständnis beschreibt sie mit dem Begriff der dienenden Führung. Gemeint ist damit nicht, über den Menschen zu stehen, sondern ihnen zu ermöglichen, ihre Arbeit gut zu machen: zuhören, Hindernisse aus dem Weg räumen, Orientierung geben, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Menschlichkeit, Verlässlichkeit, Zusammenhalt, Empathie und Vertrauen nennt sie als die Werte, auf denen ihre Führungskultur ruht.

Weich ist dieses Verständnis allerdings nicht. Als Geschäftsführende Direktorin trägt sie die Verantwortung für die Qualität des Hauses, für die Gäste, das Team und das wirtschaftliche Ergebnis. Entscheidungen seien nicht immer bequem, sagt sie, aber sie sollten nachvollziehbar und fair sein. „Werte zeigen sich nicht dann, wenn alles gut läuft. Sie zeigen sich, wenn Fehler passieren, wenn Interessen aufeinanderprallen oder wenn eine Entscheidung schwierig ist.“

## Eine traumhafte Lage – und ein Bus, der nicht reicht

Wer das Schlossgut einmal erlebt hat, versteht, warum Janet Schroeder die Lage „ein großes Geschenk“ nennt. Zwischen altem Baumbestand und Ostsee liegt das Haus abseits der größeren Städte. Für Gäste ist genau das der Reiz. Für die Personalsuche bringt es Herausforderungen mit sich: Ohne eigenes Auto ist der Weg zur Arbeit oft mühsam, und ein Bus hilft wenig, wenn Fahrplan und Schichtzeiten nicht zusammenpassen.

Deshalb denkt das Schlossgut über die reine Stellenbesetzung hinaus. Es gibt ein Mitarbeiterhaus, das nicht nur Auszubildenden und internationalen Kolleginnen und Kollegen offensteht. Das Team hilft bei der Wohnungssuche, und in bestimmten Situationen kann übergangsweise auch einmal ein Hotelzimmer zur Verfügung gestellt werden. Dazu kommt Janet Schroeders Netzwerk in der Region. „Manchmal hilft ein Kontakt, manchmal eine pragmatische Idee, manchmal muss man einfach gemeinsam überlegen, was möglich ist.“

Die strukturellen Probleme des ländlichen Raums könne ein einzelnes Hotel nicht lösen, räumt sie ein. „Aber wir können entscheiden, ob wir sie als Ausrede nehmen oder aktiv nach Lösungen suchen.“

## Erst zuhören, dann erklären

Frühstück ab dem frühen Morgen, Hochzeiten bis tief in die Nacht, Gäste am Wochenende: Die Hotellerie folgt keinem Bürorhythmus. Trotzdem gibt es im Schlossgut eine Vier-Tage-Woche und verschiedene Teilzeitmodelle. Was im Einzelnen möglich ist, hängt von der Position und dem Aufgabenbereich ab.

Entscheidend ist für Janet Schroeder die Reihenfolge. Im Bewerbungsgespräch fragt sie nicht nur, was jemand mitbringt, sondern auch, was er oder sie sich wünscht. Was braucht dieser Mensch? Was ist ihm wichtig? Und welche Kompromisse lassen sich gemeinsam finden? Manchmal bedeutet das, gewohnte Abläufe zu hinterfragen und die Organisation im Team neu zu denken. „Nicht jede Lösung ist in jeder Position möglich. Aber ich möchte erst darüber sprechen, bevor ich erkläre, warum etwas angeblich nicht geht.“

Die betrieblichen Anforderungen müssten erfüllt werden, betont sie. Gleichzeitig dürfe niemand erwarten, dass Menschen ihr Leben bedingungslos dem Dienstplan unterordnen. Flexibilität beginne deshalb nicht mit einem neuen Arbeitszeitmodell, „sondern mit der Bereitschaft, dem Menschen zuzuhören“.

![Das beleuchtete weiße Herrenhaus spiegelt sich in der Dämmerung im Teich](https://storage.ghost.io/c/d1/eb/d1eb58be-ccd0-43e1-b101-0e16365e0b9f/content/images/2026/10/schlossgut-gross-schwansee-abend.jpg)

Das beleuchtete Herrenhaus spiegelt sich am Abend im Teich. Foto: © Schlossgut Gross Schwansee

## 3.000 Euro als Zeichen

Wie ernst sie es damit meint, zeigte sich in einer Zeit, in der Lebenshaltungskosten und Energiepreise kräftig stiegen und die Löhne in der Branche noch deutlich niedriger lagen als heute. Janet Schroeder hatte schnell das Gefühl, dass das Haus etwas tun müsse, wenn es irgendwie möglich ist. Das Ergebnis: eine Inflationsausgleichsprämie von insgesamt 3.000 Euro für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Gegen Widerstände durchsetzen musste sie die Prämie nicht. Mit dem Gesellschafter David Dornier verbindet sie eine langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit, und er habe mit der Zahlung kein Problem gehabt. Für Janet Schroeder war die Prämie ohnehin mehr als eine zusätzliche Zahlung. „Sie war ein Zeichen dafür, dass wir die Belastung unserer Kolleginnen und Kollegen sehen und ernst nehmen.“ Solche Entscheidungen sollten nicht nur danach beurteilt werden, was sie kosten, findet sie, sondern auch danach, was sie bedeuten: dass Menschen erleben, wie ihr Arbeitgeber ihre Situation wahrnimmt und Verantwortung übernimmt.

## Winterjacken, Modenschau und der erste Schneemann

Besonders lebendig wird Janet Schroeder, wenn sie von den Auszubildenden aus Indien erzählt. Anfangs sei sie eher zurückhaltend gewesen, gibt sie offen zu. Über die Agentur WBS, mit der das Schlossgut seit Jahren zusammenarbeitet, fand das Haus schließlich einen Weg, der funktioniert. Die Agentur vermittelt Kandidatinnen und Kandidaten, das Schlossgut führt mehrere Gespräche, um herauszufinden, ob es menschlich und fachlich passt.

Mit der Zusage beginne aber erst die eigentliche Arbeit, sagt sie. Die jungen Menschen kannten die Jahreszeiten in dieser Form nicht. Als der erste Winter mit Schnee kam, fehlten warme Kleidung und wetterfeste Schuhe. Auch die deutsche Küche schlug zunächst auf den Magen. Also ging man gemeinsam einkaufen, veranstaltete im Geschäft kleine Modenschauen und baute zusammen den ersten Schneemann. „Das sind schöne Erinnerungen, weil man merkt, wie aus anfänglicher Unsicherheit Neugier und Freude werden.“

Jede und jeder Auszubildende bekam außerdem einen Paten aus dem Team, jemanden, der Fragen beantwortet, Dinge erklärt und auch bei scheinbar kleinen Problemen hilft. Denn was für Einheimische selbstverständlich ist, kann in einem neuen Land völlig fremd sein. Ihr Rat an andere Häuser fällt entsprechend klar aus: „Wer internationale Auszubildende gewinnen möchte, muss bereit sein, ihnen nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern auch ein Stück Ankommen zu ermöglichen.“

## Das Formular in der Schublade

Eine der schönsten Geschichten aus dem Interview handelt vom fünften Stern. Den Gedanken daran trug Janet Schroeder lange mit sich herum. Mehrfach füllte sie das Bewertungsformular des DEHOGA von Hand aus und schickte es doch nie ab. Die Frage, die sie umtrieb, war nicht die nach Zimmergrößen oder Ausstattung. „Haben wir die Haltung, die ein Fünf-Sterne-Haus ausmacht? Sind unsere Kolleginnen und Kollegen stolz auf das Haus?“

Als sie das Thema schließlich mit den Abteilungsleitungen ansprach, war sie „ziemlich aufgeregt“. Die Reaktionen waren positiv. Gemeinsam bereitete man die nächsten Schritte vor, sprach mit den Ansprechpartnern beim DEHOGA, räumte Bedenken aus und informierte am Ende das gesamte Team. Die Freude und der Stolz seien groß gewesen, erinnert sie sich. „Wir haben diesen Weg nicht einfach von oben vorgegeben. Wir haben ihn gemeinsam entwickelt.“

Ende 2024 kam der fünfte Stern. Für Janet Schroeder ist er ein gemeinsamer Erfolg und eine tägliche Verpflichtung zugleich.

![„Fünf Sterne kann man beantragen. Aber die Haltung, die ein Fünf-Sterne-Haus ausmacht, kann man nicht verordnen.“ – Janet Schroeder](https://storage.ghost.io/c/d1/eb/d1eb58be-ccd0-43e1-b101-0e16365e0b9f/content/images/2026/10/janet-schroeder-zitat-fuenf-sterne.png)

## Woran man merkt, dass es funktioniert

Über die Jahre sind im Schlossgut enge, vertrauensvolle Arbeitsbeziehungen gewachsen. Einige ihrer engsten Kolleginnen und Kollegen arbeiten seit rund fünf Jahren oder länger mit Janet Schroeder zusammen, auch die Abteilungsleitungen sind langfristig besetzt. Besonders freut sie sich, wenn Auszubildende nach dem Abschluss bleiben. Manche sind inzwischen bereits im vierten Jahr im Haus. 2027 feiern außerdem drei Kolleginnen und Kollegen ihr fünfjähriges Betriebsjubiläum.

Die Fluktuation schätzt sie auf etwa zehn bis 15 Prozent, mit dem Hinweis, dass man bei solchen Kennzahlen immer genau hinschauen müsse, wie sie berechnet werden. Wichtiger als jede Zahl ist ihr der Alltag: Menschen, die Verantwortung übernehmen, sich weiterentwickeln, einander unterstützen und sich mit dem Haus identifizieren.

Festhalten möchte sie dabei niemanden. „Mitarbeiterbindung darf nicht bedeuten, jemanden festzuhalten. Sie sollte bedeuten, einen Arbeitsplatz zu schaffen, an dem Menschen gern bleiben möchten.“

## Die unbequeme Frage

Durch ihr Amt beim DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern kennt Janet Schroeder auch die Sorgen anderer Betriebe. Drei Muster begegnen ihr dabei immer wieder. Erstens der lange Blick auf Excel-Listen: Dienstpläne, Personalkosten und bezahlbare Stunden seien wirtschaftlich notwendig, doch wer nur noch auf Zahlen schaue, verliere den Menschen dahinter aus dem Blick. Zweitens die Starrheit, wenn erwartet wird, dass sich Mitarbeitende bedingungslos dem Betrieb anpassen. „Augenhöhe ist kein Wohlfühlbegriff, sondern eine Voraussetzung für Zusammenarbeit.“ Und drittens fehlende Selbstreflexion. Es sei leichter, über den Fachkräftemangel zu klagen, als die eigene Führungskultur zu hinterfragen.

Jeder Führungskraft empfiehlt sie deshalb, sich regelmäßig eine unbequeme Frage zu stellen.

![„Warum sollte heute noch jemand gerne für mich arbeiten?“ – Janet Schroeder](https://storage.ghost.io/c/d1/eb/d1eb58be-ccd0-43e1-b101-0e16365e0b9f/content/images/2026/10/janet-schroeder-zitat-frage.png)

Das sei kein Angriff auf die eigene Person, sondern eine Einladung, Verantwortung zu übernehmen. Bin ich verlässlich? Höre ich zu? Schaffe ich Klarheit? Kann man mit Problemen zu mir kommen, ohne Angst haben zu müssen?

Gute politische Rahmenbedingungen und eine wirtschaftlich tragfähige Hotellerie gehören für sie selbstverständlich dazu. „Beides gehört zusammen“, sagt sie. „Aber wir müssen auch bereit sein, im eigenen Haus etwas zu verändern.“ Der Fachkräftemangel sei kein Schicksal, sondern ein Auftrag an die eigene Führungskultur.

## Drei Dinge, die schon morgen nichts kosten

Und was rät sie einem kleinen Hotelier, dem Personal fehlt und der kaum finanziellen Spielraum hat? Janet Schroeder antwortet mit einem Brief an Kolleginnen und Kollegen. Sie kenne den Druck, sagt sie. Gerade deshalb sei ihr eine Botschaft wichtig: „Echte Wertschätzung, psychologische Sicherheit und dienende Führung kosten zunächst keinen zusätzlichen Euro. Sie kosten eine Entscheidung, Konsequenz und persönliche Aufmerksamkeit.“

![„Das Gästeerlebnis kann niemals besser sein als das Mitarbeitererlebnis.“ – Janet Schroeder](https://storage.ghost.io/c/d1/eb/d1eb58be-ccd0-43e1-b101-0e16365e0b9f/content/images/2026/10/janet-schroeder-zitat-gaesteerlebnis.png)

Ihre drei Empfehlungen für morgen:

**1\. Machen Sie Ihr Team zur Nummer eins.** Nicht in Sonntagsreden, sondern in Entscheidungen. Sprechen Sie von Kolleginnen und Kollegen statt von Personal, und fragen Sie sich, wie Sie ihnen den Rücken freihalten können. Führung heißt nicht nur kontrollieren, sondern dafür sorgen, dass Menschen ihre Arbeit gut machen können.

**2\. Schenken Sie Aufmerksamkeit.** Gehen Sie nicht nur durch den Betrieb, um Fehler zu finden. Sagen Sie den Menschen, was gut läuft. Suchen Sie Gespräche, in denen es nicht um Dienstpläne geht, und fragen Sie: „Wie geht es dir? Was brauchst du von mir, damit du deine Arbeit gut machen kannst?“ Manchmal hilft ein offenes Ohr, manchmal ein Kontakt bei der Wohnungssuche.

**3\. Schaffen Sie eine Kultur, in der Probleme angesprochen werden dürfen.** Wo Menschen aus Angst vor Vorwürfen schweigen, werden Fehler zu spät erkannt. Standards bleiben wichtig, aber es geht darum, Probleme zu lösen, statt Menschen bloßzustellen. Gerade ein unterbesetztes Team braucht Klarheit, Rückhalt und Vertrauen.

Den Personalmangel beseitige das nicht über Nacht, sagt sie. Aber es verändere, wie Menschen ihren Arbeitsplatz erleben und ob sie sich als Teil des Ganzen fühlen. „Führung ist ein Dienst am Menschen, für den wir Verantwortung tragen. Und dieser Dienst beginnt nicht mit einem Budgetbeschluss, sondern bei uns selbst.“

Vielleicht ist das am Ende die eigentliche Pointe hinter ihrem Satz von der einfachen Mitarbeiterbindung. Einfach heißt nicht mühelos. Es heißt nur, dass der Anfang nichts kostet außer der Entscheidung, jeden Morgen durchs Haus zu gehen und hinzusehen.

![Janet Schroeder, Geschäftsführende Direktorin des Schlossgut Gross Schwansee](https://storage.ghost.io/c/d1/eb/d1eb58be-ccd0-43e1-b101-0e16365e0b9f/content/images/2026/10/janet-schroeder-portrait-hochformat.jpg) 

IM GESPRÄCH

Janet Schroeder

Janet Schroeder ist seit Dezember 2019 Geschäftsführende Direktorin des Schlossgut Gross Schwansee an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns. Unter ihrer Leitung erhielt das Haus Ende 2024 die Fünf-Sterne-Klassifizierung des DEHOGA. 2024 wurde sie als Unternehmerin des Jahres im Bereich Fachkräftesicherung und Integration ausgezeichnet. Sie ist 1\. Vizepräsidentin des DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern. 

Ihre Antworten aus einem schriftlichen Interview mit eingecheckt bilden die Grundlage dieses Artikels. 

Mehr über das Schlossgut Gross Schwansee: [schwansee.de ](https://schwansee.de/?ref=eingecheckt.de) 

*Bildmaterial: © Schlossgut Gross Schwansee. Die Aufnahmen wurden der Redaktion vom Schlossgut Gross Schwansee zur Verfügung gestellt. Zitatgrafiken: eingecheckt.*

Quellen

Grundlage dieses Artikels ist ein eigenes redaktionelles Interview mit Janet Schroeder.

**Eigene redaktionelle Quelle:** Schriftliches Interview mit Janet Schroeder, Geschäftsführende Direktorin des Schlossgut Gross Schwansee und 1\. Vizepräsidentin des DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern, Oktober 2026.