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# Der Führungswechsel bei Kempinski und was er für Hotels und Gäste bedeutet
- URL: https://www.eingecheckt.de/kempinski-fuehrungswechsel-2026/
- Published: 2026-10-26T06:56:52.000Z
- Updated: 2026-10-29T07:10:45.000Z
- Description: Kempinski verliert seine Konzernchefin. Christian Buer erklärt, was der Umbruch für Hotels und Gäste bedeutet.
- Author: Michael Külbel
- Tags: Management & Wirtschaft, #de, #magazin_de, #pair_kempinski_fuehrungswechsel

Das Wichtigste in Kürze 
- Kempinski-Konzernchefin Barbara Muckermann und mehrere Spitzenmanager haben die Luxushotelgruppe verlassen. Ein neuer Group CEO ist noch nicht benannt.
- Laut Kempinski führen Verwaltungsrat und Executive Committee das Unternehmen weiter, der Betrieb der Hotels werde nicht beeinträchtigt.
- Hotelexperte Prof. Christian Buer sieht für das Gästeerlebnis vor allem Hoteldirektor und Team vor Ort in der Verantwortung, nicht die Konzernspitze.
- Eigene Hotels wie das Augustine in Prag hält Buer für einen sinnvollen Baustein, ohne dass Kempinski das Asset-light-Modell aufgeben muss.

**Kempinski verliert seine Konzernchefin Barbara Muckermann und mehrere Spitzenmanager. Die traditionsreiche Luxushotelgruppe steht damit mitten in einer strategischen Neuausrichtung vor offenen Fragen. Was bedeutet der Führungswechsel für die einzelnen Hotels, und wie sinnvoll ist der Plan, wieder eigene Häuser zu kaufen? Hotelwirtschaftsexperte Prof. Dr. Christian Buer erklärt im Gespräch mit eingecheckt®, warum Gäste von solchen Veränderungen meist wenig bemerken und weshalb Eigentum gerade im Luxussegment eine wichtige Rolle spielen kann.**

Noch im Frühjahr 2026 hatte Barbara Muckermann große Pläne für Kempinski. Die Luxushotelgruppe sollte exklusiver werden, in neue Märkte expandieren und sich wieder stärker auf eigene Hotelimmobilien konzentrieren. Im April verkündete das Unternehmen den Kauf des Augustine Hotels in Prag. Es war die erste vollständige Hotelübernahme seit mehr als fünf Jahrzehnten und sollte zum sichtbaren Zeichen eines neuen Kapitels werden.¹

Ein halbes Jahr später ist die Managerin nicht mehr im Amt. Neben Muckermann haben mehrere Mitglieder der Konzernführung das Unternehmen verlassen. Der überraschende Personalwechsel fällt ausgerechnet in eine Phase, in der Kempinski seine Position im internationalen Luxussegment neu definieren wollte.²

Inzwischen hat sich die Hotelgruppe zur aktuellen Führung geäußert. Der Verwaltungsrat unter Chairman René Nijhof und das Executive Committee führen das Unternehmen weiter. Der laufende Betrieb der Hotels werde nicht beeinträchtigt, erklärte Kempinski gegenüber Medien. Ein neuer Group CEO wurde bis zum 25\. Oktober 2026 nicht bekanntgegeben.³

Für Reisende stellt sich damit eine naheliegende Frage: Was passiert eigentlich mit einem Luxushotel, wenn sich die Unternehmensführung darüber nahezu vollständig verändert?

## Warum der Konzernchef für den Gast meist unsichtbar bleibt

Prof. Dr. Christian Buer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Entwicklung und wirtschaftlichen Führung von Hotels. Er lehrt an der Hochschule Heilbronn Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Hotelimmobilien und -entwicklung, leitet dort den Bereich Tourismuswirtschaft und ist auch in der Hotelberatung Horwath HTL Germany tätig. Für **eingecheckt®** hat er die Situation bei Kempinski aus der Perspektive der einzelnen Hotels und ihrer Gäste eingeordnet.

Seine Einschätzung fällt zunächst beruhigend aus: „Der Gast bekommt davon im Regelfall überhaupt nichts mit. Entscheidend für das Gästeerlebnis ist nicht primär die Führung der Betreibergesellschaft auf Gruppenebene, sondern die operative Führung des einzelnen Hotels – allen voran der Hoteldirektor und sein Team.“

![Prof. Dr. Christian Buer mit Brille, dunklem Sakko und weißem Hemd vor grauem Hintergrund](https://storage.ghost.io/c/d1/eb/d1eb58be-ccd0-43e1-b101-0e16365e0b9f/content/images/2026/10/christian-buer-hochschule-heilbronn.jpg)

Prof. Dr. Christian Buer von der Hochschule Heilbronn erklärt, warum die operative Führung eines Hotels für das Gästeerlebnis entscheidender ist als die Konzernspitze. Foto: Matt Stark photography Heilbronn

Das hat viel mit der Struktur internationaler Hotelgruppen zu tun. Kempinski betreibt seine Häuser überwiegend im Auftrag unabhängiger Immobilieneigentümer. Zum 30\. September 2026 gehörten 74 Hotels und Residenzen in 33 Ländern zum Portfolio.⁴ Hinter den einzelnen Häusern stehen damit häufig unterschiedliche Eigentümer, während Kempinski die Marke und das operative Hotelmanagement verantwortet.

Für den Gast ist diese Aufteilung normalerweise kaum erkennbar. Er bucht ein Kempinski-Hotel und erwartet ein entsprechendes Niveau bei Zimmern, Gastronomie, Service und persönlicher Betreuung. Wer die Immobilie besitzt oder welche Person gerade den Konzern führt, spielt bei der konkreten Urlaubserfahrung zunächst eine untergeordnete Rolle.

Buer sieht deshalb vor allem die Führung vor Ort in der Verantwortung. „Eine Veränderung auf Gruppenebene wird für den Gast erst dann spürbar, wenn sie sich unmittelbar auf den Hotelbetrieb auswirkt, beispielsweise durch operative Einschränkungen, veränderte Servicestandards oder eine andere Ausrichtung des Hauses.“

Das ist eine wichtige Unterscheidung. Die personellen Veränderungen bei Kempinski bedeuten nicht automatisch, dass die Qualität einzelner Hotels leidet. Ebenso wenig lassen sich aus ihnen unmittelbare Rückschlüsse auf die Arbeit der Hoteldirektoren oder ihrer Teams ziehen.

## Eine traditionsreiche Marke zwischen Erneuerung und Führungswechsel

Kempinski gehört zu den traditionsreichsten Namen der europäischen Luxushotellerie. Die Wurzeln reichen bis ins 19\. Jahrhundert und zur jüdischen Unternehmerfamilie Kempinski zurück, die insbesondere in Berlin eine bedeutende Gastronomiegruppe aufbaute. Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde das Familienunternehmen 1937 unter Zwang „arisiert“. Mitglieder der Familie wurden verfolgt, vertrieben und ermordet.⁵

[![Messingfarbene Gedenktafel mit Text über das 1937 „arisierte“ Kempinski-Restaurant und das Schicksal der Familie Kempinski](https://storage.ghost.io/c/d1/eb/d1eb58be-ccd0-43e1-b101-0e16365e0b9f/content/images/2026/10/gedenktafel-kempinski-kurfuerstendamm.jpg)](https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gedenktafel%5FKurf%C3%BCrstendamm%5F27%5FKempinski.jpg?ref=eingecheckt.de)

Gedenktafel für die Gründerfamilie Kempinski am Kurfürstendamm 27 in Berlin. Das Hotel an dieser Stelle trug bis 2017 den Namen Kempinski und gehört heute nicht mehr zur Gruppe. Foto: OTFW / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Die heutige internationale Hotelgruppe steht vor anderen Herausforderungen: Sie muss ihre historische Identität bewahren und gleichzeitig den Erwartungen einer neuen Generation wohlhabender Reisender gerecht werden.

Barbara Muckermann, die im Mai 2024 als erste Frau die Konzernführung übernommen hatte, wollte diese Entwicklung vorantreiben. Im April 2026 erläuterte sie gegenüber dem Branchenmedium Hotel vor9, dass Kempinski sein Portfolio von ursprünglich 82 auf 75 Hotels reduziert habe. Einige Häuser hätten nicht mehr zur angestrebten Positionierung im Ultra-Luxussegment gepasst. Gleichzeitig sprach sie von 34 neuen Projekten innerhalb von drei Jahren und einer geplanten Expansion, unter anderem in die USA. Auch eine stärkere Verlagerung von Konzernfunktionen nach Dubai war vorgesehen.⁶

Wie konsequent dieser Kurs fortgesetzt wird, ist derzeit offen. Nach Recherchen des Branchenmediums Skift verließen neben Muckermann auch Finanzchef Gordon Drake, Personalchefin Karin Raguin, Entwicklungschef Frank Veenstra und Markenchefin Barbara Biffi das Unternehmen. Vertriebschef Massimo Brancaleoni soll ebenfalls gekündigt haben.²

Für zwei Schlüsselpositionen gibt es inzwischen Nachfolger: Andrea Vanni übernahm die Verantwortung für Finanzen, Noel Attard die Hotelentwicklung. In den offiziellen Mitteilungen vom September stellte Kempinski beide Personalentscheidungen ausdrücklich in den Zusammenhang einer kontinuierlichen strategischen Weiterentwicklung.⁴ ⁷

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geben dieser Neuordnung zusätzliche Bedeutung. Laut dem für 2024 veröffentlichten Konzernabschluss sank der Umsatz von 174,9 auf 164,6 Millionen Euro. Die Einnahmen aus Managementgebühren beliefen sich auf 41,8 Millionen Euro, während der Jahresüberschuss auf 17,6 Millionen Euro stieg. Der Lagebericht erwartete für 2025 allerdings einen deutlichen Rückgang des Vorsteuergewinns.²

Diese Zahlen beschreiben die wirtschaftliche Situation der Hotelgruppe, nicht den Gesamtumsatz aller unter der Marke Kempinski betriebenen Hotels. Gerade bei [Managementverträgen](https://www.eingecheckt.de/was-sind-betreibermodelle-hotel/) fließt ein großer Teil der Umsätze unmittelbar an die jeweiligen Hotelgesellschaften.

Skift berichtete zudem unter Berufung auf anonyme Quellen, dass die Eigentümer nach einem Finanzinvestor als Käufer gesucht hätten. Einzelne Interessenten sollen den verlangten Preis als zu hoch eingeschätzt haben. Unabhängig bestätigen ließ sich dies nicht. Kempinski hat mögliche Transaktionen nicht kommentiert.²

## Warum Kempinski plötzlich wieder Hotels kaufen wollte

Der wohl interessanteste Teil von Muckermanns Strategie betrifft jedoch nicht die Personalentscheidungen oder Expansionspläne, sondern eine grundsätzliche Frage des Hotelgeschäfts: Sollte eine internationale Luxusmarke ihre Hotels lediglich betreiben oder auch selbst besitzen?

Über viele Jahre entwickelte sich die internationale Hotellerie zunehmend in Richtung sogenannter Asset-light-Modelle. Dabei konzentrieren sich Hotelgesellschaften auf Markenführung, Management und Vertrieb, während die Immobilien unabhängigen Investoren gehören.

Das hat wirtschaftliche Vorteile. Wer keine Milliarden in Grundstücke und Gebäude investieren muss, kann schneller wachsen und sein Kapital für andere Aufgaben einsetzen. Gleichzeitig entsteht allerdings eine Abhängigkeit vom jeweiligen Immobilieneigentümer, etwa wenn aufwendige Renovierungen, grundlegende Veränderungen oder größere Investitionen anstehen.

Mit dem Kauf des Augustine Hotels in Prag schlug Kempinski im April 2026 bewusst einen anderen Weg ein. Das historische Haus verfügt über 101 Zimmer und Suiten und befindet sich in einem Gebäudekomplex des Augustinerklosters St. Thomas. Die Übernahme sollte der Gruppe ermöglichen, Gestaltung, Investitionen und das gesamte Gästeerlebnis stärker selbst zu bestimmen.¹

[![Weißes historisches Gebäude mit Torbogen und Schriftzug „Augustine Hotel“ an einer Straße in Prag, im Vordergrund eine Straßenbahn](https://storage.ghost.io/c/d1/eb/d1eb58be-ccd0-43e1-b101-0e16365e0b9f/content/images/2026/10/augustine-hotel-prag.jpg)](https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Letensk%C3%A1,%5FAugustine%5FHotel.jpg?ref=eingecheckt.de)

Das Augustine Hotel in Prag auf einer Aufnahme von 2011\. Kempinski kaufte das Haus im April 2026\. Foto: ŠJů / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Muckermann erläuterte diesen Gedanken im Mai in einem persönlichen Strategiebeitrag auf der Kempinski-Website. Während viele internationale Hotelkonzerne möglichst wenig eigenes Immobilienvermögen halten wollten, sah sie im gezielten Erwerb besonderer Häuser eine Möglichkeit, die Eigenständigkeit der Marke zu stärken.⁸

Prof. Buer hält diesen Ansatz grundsätzlich für sinnvoll. „Wenn der strategische Anspruch darin besteht, Luxus nicht nur anzubieten, sondern ihn langfristig zu gestalten und weiterzuentwickeln, ist die größere Nähe zur Immobilie durchaus ein Vorteil.“

Dabei verweist er auf einen Vergleich mit der Luxusgüterindustrie. Dort begnügen sich erfolgreiche Unternehmen ebenfalls nicht immer damit, Produkte unter einem bekannten Namen zu vertreiben. Sie sichern sich gezielt Markenrechte, Unternehmen oder Produktionskapazitäten, um Qualität und Entwicklung selbst beeinflussen zu können.

In der Hotellerie kann Eigentum ähnliche Vorteile bieten. Wer ein Hotel besitzt und betreibt, hat mehr Möglichkeiten, auch langfristige Entscheidungen über Architektur, Ausstattung, Gastronomie oder die Positionierung zu treffen. Gerade bei historischen Luxushotels, deren Charakter eng mit ihrer Immobilie verbunden ist, kann das ein erheblicher Unterschied sein.

## Managementvertrag, Pacht oder Eigentum – wo liegt der Unterschied?

Für Reisende ist es weitgehend unerheblich, welches Geschäftsmodell hinter einem Hotel steht. Für die Betreiber entscheidet es dagegen darüber, wer investiert, wer wirtschaftliche Risiken trägt und wer bei wichtigen Veränderungen das letzte Wort hat.

Bei einem Managementvertrag bleibt die Immobilie im Besitz eines unabhängigen Eigentümers. Die Hotelgruppe führt das Haus im vereinbarten Rahmen und erhält dafür Gebühren. Größere Investitionen müssen mit dem Eigentümer abgestimmt werden.

Bei einer Pacht übernimmt der Hotelbetreiber die Immobilie gegen eine vereinbarte Zahlung und trägt in der Regel mehr Verantwortung für das wirtschaftliche Ergebnis des Betriebs. Das bietet zusätzliche Handlungsspielräume, erhöht aber zugleich das unternehmerische Risiko.

Beim Eigentum liegen Immobilie und Hotelbetrieb innerhalb derselben Unternehmensgruppe. Dadurch lassen sich Entscheidungen umfassender steuern, allerdings bindet dieses Modell wesentlich mehr Kapital.

Buer betont, dass der Erwerb einzelner Hotels keineswegs die Abkehr vom bisherigen Geschäftsmodell bedeuten müsse. „Für eine Luxusgruppe wie Kempinski kann der Erwerb eigener Hotels deshalb ein sinnvoller strategischer Baustein sein. Er muss nicht bedeuten, dass das Asset-light-Modell aufgegeben wird.“

Für Kempinski eröffnet sich damit die Möglichkeit einer Mischstrategie. Besonders prägende Hotels könnten sich im Eigentum der Gruppe befinden, während andere Häuser weiterhin über Managementverträge betrieben werden. Ob das Unternehmen diesen Weg nach dem Führungswechsel tatsächlich weiterverfolgt und wie weitere Käufe finanziert werden sollen, bleibt abzuwarten.

## Am Ende entscheidet nicht das Geschäftsmodell über echten Luxus

Mitten in den Diskussionen über Eigentümer, Konzernfinanzen und Führungspositionen gerät leicht in Vergessenheit, worauf eine Luxusmarke letztlich angewiesen ist: Menschen, die ihre Gäste überzeugen.

Für Buer ist Luxus deshalb weit mehr als eine Frage hochwertiger Materialien oder großzügiger Zimmer. „Luxus ist kein reines Produktmerkmal. Er entsteht aus einer Beziehung zwischen Gastgeber und Gast.“

Diese Beziehung lässt sich nicht allein durch einheitliche Standards herstellen. Internationale Hotelgruppen müssen einerseits dafür sorgen, dass ihre Markenversprechen an unterschiedlichen Standorten eingehalten werden. Andererseits benötigen die einzelnen Häuser genügend Freiheit, um ihren eigenen Charakter zu entwickeln.

Gerade unabhängige Privathotels hätten dabei häufig Vorteile, erklärt Buer. Sie könnten flexibler auf individuelle Wünsche eingehen und die Persönlichkeit ihrer Gastgeber unmittelbar in das Hotelerlebnis einbringen. Große Hotelgruppen könnten diesen Vorteil jedoch ebenfalls nutzen, wenn sie ihren Häusern ausreichend Spielraum ließen.

Für Gäste stellt sich deshalb weniger die Frage, ob ein Hotel Teil einer großen Gruppe ist. Interessanter ist, ob die Menschen vor Ort tatsächlich hinter dem stehen, was die Marke verspricht.

Woran Gäste ein gut geführtes Luxushotel erkennen

1. **Persönlichkeit statt austauschbarer Versprechen:** Zeigt ein Hotel nur Zimmergrößen und Ausstattung, oder werden auch die Gastgeber und die Besonderheiten des Hauses erkennbar?
2. **Unabhängige Auszeichnungen prüfen:** Bewertungen anderer Reisender bieten Orientierung. Anerkennungen etablierter, unabhängiger Institutionen können die Qualität zusätzlich einordnen.
3. **Auf besondere Erlebnisse achten:** Eine eigenständige Küche, eine persönliche Begrüßung oder individuelle Angebote verraten oft mehr über den Anspruch eines Hauses als eine lange Ausstattungsliste.
4. **Den Charakter des Hotels hinterfragen:** Ist erkennbar, wofür das Haus steht, und wird das Markenversprechen durch konkrete Angebote glaubwürdig eingelöst?

Buer fasst den entscheidenden Maßstab so zusammen: „Der Gast spürt jedoch sehr schnell, ob Luxus lediglich inszeniert wird oder ob er von den Menschen im Hotel tatsächlich gelebt wird.“

## Welche Fragen für Kempinski jetzt offenbleiben

Mit dem Ausscheiden von Barbara Muckermann ist eine strategisch bedeutende Phase bei Kempinski vorzeitig beendet worden. Ob ihre Nachfolger die geplante Expansion, den gezielten Erwerb eigener Hotels und die stärkere Positionierung im Ultra-Luxussegment fortsetzen, lässt sich noch nicht abschließend beurteilen.

Dass mit Andrea Vanni und Noel Attard zwei Führungskräfte Verantwortung übernommen haben, die bereits mit dem Unternehmen und seiner strategischen Entwicklung verbunden waren, spricht zumindest für Elemente der Kontinuität. Eine umfassende Erklärung zur zukünftigen Ausrichtung und zur Besetzung der CEO-Position steht allerdings noch aus.

Kempinski selbst betont, dass der Hotelbetrieb unverändert weiterläuft. Gegenüber **eingecheckt®** lag bis Redaktionsschluss keine individuelle Stellungnahme zu den redaktionellen Anfragen vor. Auch die frühere Konzernchefin und PKF wurden angefragt.

Für die Gäste der einzelnen Kempinski-Hotels ist die unmittelbare Bedeutung des Führungswechsels damit begrenzt. Ihre Erfahrungen werden weiterhin vor allem von der Qualität der Häuser und den Menschen bestimmt, die dort täglich arbeiten.

Langfristig könnte die Entscheidung über den künftigen Kurs allerdings durchaus sichtbar werden. Wenn Kempinski künftig stärker in eigene historische Luxushotels investiert, könnte die Gruppe mehr Einfluss auf deren Entwicklung nehmen. Sollte sie dagegen ihren Schwerpunkt wieder stärker auf Managementverträge legen, bliebe die Zusammenarbeit mit unabhängigen Eigentümern entscheidend.

Welche Variante sich durchsetzt, ist bislang offen. Für Prof. Buer kommt es ohnehin weniger auf die Eigentumsform als auf das Ergebnis an: Eine Luxusmarke muss das Versprechen, das sie ihren Gästen gibt, an jedem Standort tatsächlich erfüllen.

Genau daran wird sich auch die künftige Führung von Kempinski messen lassen.

Quellen

Für diesen Beitrag wurden Veröffentlichungen von Kempinski, Wirtschafts- und Branchenmedien, Unternehmensdaten sowie ein eigenes schriftliches Interview ausgewertet. Recherchestand: 25\. Oktober 2026\. 

1. [Kempinski Group (2026) ](https://www.kempinski.com/de/presseraum/kempinski-gruppe-verkuendet-uebernahme-des-augustine-hotel-prague?ref=eingecheckt.de)  
*Kempinski Gruppe verkündet Übernahme des Augustine Hotel Prague*  
Pressemitteilung vom 2\. April 2026\. Kauf des Augustine Hotels in Prag mit 101 Zimmern und Suiten, erste vollständige Hotelübernahme seit 1970 und Hinwendung zu mehr Immobilieneigentum.
2. [Skift (2026) ](https://skift.com/2026/10/19/kempinski-faces-leadership-upheaval-as-ceo-and-senior-executives-resign-scoop/?ref=eingecheckt.de)  
*Kempinski Faces Leadership Upheaval as CEO and Senior Executives Depart*  
Bericht vom 19\. Oktober 2026\. Abgänge in der Konzernführung, Konzernkennzahlen 2024 und Berichte über die Suche der Eigentümer nach einem Käufer.
3. [LATTE Luxury News (2026) ](https://us.latteluxurynews.com/2026/10/23/barbara-muckermann-is-officially-out-at-kempinski/?ref=eingecheckt.de)  
*Barbara Muckermann is officially out at Kempinski*  
Bericht vom 23\. Oktober 2026\. Stellungnahme von Kempinski zur Führung durch Board of Directors und Executive Committee.
4. [Kempinski Group (2026) ](https://www.kempinski.com/en/press-room/kempinski-group-announces-andrea-vanni-as-cfo?ref=eingecheckt.de)  
*Kempinski Group announces Andrea Vanni as Chief Financial Officer*  
Pressemitteilung vom 30\. September 2026\. Ernennung von Andrea Vanni zum Finanzchef; 74 Hotels und Residenzen in 33 Ländern.
5. [Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf (2026) ](https://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/ueber-den-bezirk/geschichte/persoenlichkeiten-und-gedenktafeln/artikel.125547.php?ref=eingecheckt.de)  
*Gedenktafel für die Gründerfamilie Kempinski*  
Seite auf berlin.de, abgerufen am 25.10.2026\. Erzwungener Verkauf („Arisierung“) 1937 und Schicksal der Familie Kempinski.
6. [Hotel vor9 (2026) ](https://www.hotelvor9.de/inside/kempinski-setzt-auf-mehr-eigenbesitz-und-europe-first?ref=eingecheckt.de)  
*Kempinski setzt auf mehr Eigenbesitz und „Europe first“*  
Interview mit Barbara Muckermann vom 14\. April 2026\. Bereinigung des Portfolios, Expansionspläne und mehr eigene Hotels.
7. [Kempinski Group (2026) ](https://www.kempinski.com/en/press-room/kempinski-group-announces-noel-attard-as-chief-development-officer?ref=eingecheckt.de)  
*Kempinski Group Announces Noel Attard as Chief Development Officer*  
Pressemitteilung vom 17\. September 2026\. Ernennung von Noel Attard zum Entwicklungschef und Fortsetzung der Wachstumsstrategie.
8. [Barbara Muckermann / Kempinski Group (2026) ](https://www.kempinski.com/en/press-room/thought-leadership/control-over-sameness?ref=eingecheckt.de)  
*In a Sea of Sameness, We’re Choosing Control*  
Strategiebeitrag vom 13\. Mai 2026\. Begründung für den Erwerb eigener Hotels statt eines reinen Asset-light-Modells.

**Eigene redaktionelle Quelle:**Schriftliches Interview mit Prof. Dr. Christian Buer, Hochschule Heilbronn, auch tätig für Horwath HTL Germany, Oktober 2026\.